Düsseldorf: Der letzte Tag der Sparkassenfilialen

Schließung von Sparkassen-Filialen in Düsseldorf : Der letzte Tag der Sparkassen-Zweigstellen

Gestern Mittag schlossen auch die Filialen in Hassels und in Urdenbach. In beiden bleiben aber erstmal die Automaten stehen.

Bis um 13 Uhr kamen Kunden, dann schloss die Sparkassen-Filiale an der Urdenbacher Kammerrathsfeldstraße für immer. „Schade, dass es jetzt tatsächlich zu Ende ist“, sagt eine Kundin. „Man muss sich jetzt umgewöhnen.“ Mit stillem Protest begleitete Christoph Wylezol, der das Webportal urdenbach.org betreibt, den endgültigen Moment. Er ist ganz in Schwarz gekleidet und hält eine Kerze in der Hand. Ein symbolischer Protest und Abschluss vieler Aktionen zur Rettung der Filiale. 1069 Personen hatten sich an einer Petition beteiligt. „Dass von der Politik kaum Interesse vorhanden war, ist traurig“, sagt Christoph Wylezol. Demonstrationen, eine Unterschriftenliste und zahlreiche Gespräche änderten nichts an der Schließung zum gestrigen Monatesende.

„Mir ist hier schon wehmütig zumute“, sagt Rafaelo Morgenbrodt, Stadtsparkassen-Direktor Regionalmarkt Düsseldorf-Süd. „Es ist meine erste Geschäftsstelle als Jungangestellter gewesen“ verrrät er. Im Schnitt arbeiteten drei Mitarbeiter in der Filiale, sie gehörten zum Team des Garather Standorts. Ihre Zeit in Urdenbach endet an diesem Mittag. Als die Türen der Filiale schließen, steht der neue Servicebus schon bereit. Jeden Montag können Sparkassen-Kunden ihn jetzt statt der Filiale von 13.30 bis 16 Uhr nutzen. „Vormittags steht er in Hassels“, sagt Morgenbrodt.

Auch die dortige Filiale ist ab sofort zu. Erhalten bleibt der Standort etwas länger, denn dort ist der Sitz des Baufinanzierungscenters für den Düsseldorfer Süden. „Alle Büros sind noch besetzt“, sagt Morgenbrodt.

An den Standorten, die wie Urdenbach und Hassels ihre Filiale schließen, soll der SB-Bereich erhalten bleiben. Kontoauszüge drucken oder Aufträge eingeben, all das ist möglich. Theoretisch ist es auch vorstellbar, dass ein zukünftiger Mieter des Objektes diese Nutzung nicht akzeptiert. „Dann suchen wir sehr nah ein Ausweichquartier“, sagt Rafaelo Morgenbrodt. Schon jetzt wird in den sozialen Medien diskutiert, ob die Automaten am Standort in Urdenbach erhalten bleiben. Skeptisch sieht Christoph Wylezol den Einsatz des Sparkassen-Busses: „Die Leute werden das wahrscheinlich nicht ganz so wahrnehmen, denn sie müssen sich dann nur auf die zweieinhalb Stunden pro Woche konzentrieren“, sagt er. Er glaubt, dass das Busangebot nach sechs Monaten abgeschafft wird, wenn es sich bis dahin nicht etabliert hat.

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