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Düsseldorf-Urdenbach: Auf dem Tanzparkett hat es gefunkt

Düsseldorf-Urdenbach : Auf dem Tanzparkett hat es gefunkt

Liselotte und Wolfgang Ressel, der als DJ Amadeus Musik in Altenheimen auflegte, haben ihre Eiserne Hochzeit gefeiert.

Wer sich mit Wolfgang Ressel und seiner Frau Liselotte verabredet, sollte ein bisschen Zeit mitbringen. Denn die beiden Eheleute, die vergangene Woche ihre Eiserne Hochzeit feierten, haben in ihrem 89- und 86-jährigen Leben viel erlebt. Ihren 65. Hochzeitstag feierten sie nicht zu Hause, sondern in Holland in einem schönen Hotel nahe Venlo mit einem angeschlossenen Thermalbad – der Gesundheit zuliebe. Denn das eine oder andere Zipperlein plagt sie schon.

Aber im Großen und Ganzen sind sie mehr als zufrieden damit, was das Leben ihnen geboten hat. Liselotte kam 1933 als echtes Düsseldorfer Mädchen auf die Welt, deren Familie es wegen des Vaters nach Neuss verschlug. Dort landete auch der 1930 geborene Wolfgang Ressel, der zwar in Niedersachsen seine Jugend verbrachte, dann aber auch mit den Eltern nach Neuss zog. Beim Tanzen in der Gaststätte „Further Hof“ forderte Wolfgang die damals 18-Jährige auf. Weil er so toll über das Parkett schweben konnte, gewann er zuerst das Herz und dann 1954 schließlich auch die Hand von Liselotte.

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Wolfgang Ressel, der inzwischen bei der Firma Hille und Müller an der Bonner Straße Arbeit gefunden hatte, und seine Frau zogen zunächst in eine Wohnung an die Färberstraße und von da aus dann 1966 nach Urdenbach, in eine Werkswohnung von Hille und Müller, die das Paar inzwischen gekauft hat.

Aber auch Liselotte Ressel blieb nicht untätig zu Hause. Sie begann 1959, bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zu arbeiten. Als man sie 1968 fragte, ob sie Interesse habe, den Staatsanwalt in der neu gegründeten Abteilung für Wirtschaftskriminalität zu unterstützen, sagte sie zu. Ein Schritt, den sie nie bereut habe, sagt sie. Parallel zu seiner Arbeit engagierte sich Wolfgang Ressel beim Deutschen Roten Kreuz, zunächst in Neuss und nach seinem Umzug in Düsseldorf. Von 1950 bis 1976 engagierte sich der 89-Jährige unter anderem als Leiter des Jugendrotkreuzes und als Erste-Hilfe-Ausbilder.

Doch inzwischen sind die Eheleute schon seit rund 25 Jahren im Unruhestand. Ganz oben auf ihrer Agenda stand das Reisen. Da Wolfgang Ressel auch leidenschaftlich mit der Kamera unterwegs war, gibt es viele aufgezeichnete Erinnerungen.

1997, als Wolfgang Ressel schon zwei Jahre im Ruhestand war, entdeckte er eine weitere Leidenschaft: Bei Veranstaltungen für die Musik zu sorgen. Den Grundstein dafür hatte seine Frau 1958 mit einem besonderen Weihnachtsgeschenk gelegt: einem Tonbandgerät. Immer öfter wurde er gefragt, ob er nicht in Altenheimen Musik auflegen könnte. Unter dem Namen DJ Amadeus – in Anlehnung an seinen Vornamen – zog er dann von Seniorenheim zu Seniorenheim.

Jung gehalten hat die beiden, dass sie sich einen Spruch zu eigen gemacht haben, der im Büro von Wolfgang Ressels Chef hing: „Alt ist, wer aufgibt, neugierig zu sein.“