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Prozess am Landgericht Düsseldorf gegen Messerstecher von Friedrichstadt

Prozess in Düsseldorf : Prozessauftakt gegen Messerstecher von Friedrichstadt

Mit einem Messer hat ein Verehrer frühmorgens einer 36-jährigen Event-Planerin im August 2018 in Düsseldorf-Friedrichstadt aufgelauert. Als sie ihre Wohnung verließ, um sich auf den Weg zu ihrem Auto zu machen, hat er sie auf offener Straße ermordet.

27 Stich- und Schnittverletzungen erlitt das Opfer, drei waren tödlich. Am 12.März startet das Landgericht den Prozess gegen einen 44-jährigen Kioskmitarbeiter.

Neun Tage nach der Bluttat war er im spanischen Sevilla verhaftet worden. Das Opfer soll seine „große Liebe“ gewesen sein. Als Kiosk-Kundin war die Frau ihm bekannt. Als sie ihn abwies, plante er laut Anklage ihren Tod.

Nach dem Verlassen ihrer Wohnung an der Bachstraße kam die Frau keine hundert Meter weit: In einem Hauseingang auf der anderen Straßenseite hatte der Täter schon auf sie gewartet. Als sie ihn sah, wegrannte und laut um Hilfe schrie, holte er sie in Höhe eines Schulgeländes ein, stach sie nieder.

„Lass’ mich, ich hab’ doch nichts gemacht“, waren laut Zeugen ihre letzten Worte. Trotz Verfolgung von Passanten konnte der Täter über eine Seitenstraße entkommen, von seiner Tatwaffe gibt es bis heute keine Spur, nur eine Zeichnung.

Die Wohnung des Verdächtigen an der nahe gelegenen Brunnenstraße wurde damals von Spezialkräften der Polizei durchsucht, doch der 44-Jährige kam nicht nach Hause. Zeitgleich kämpften Ärzte um das Leben der Frau. Ihre Luftröhre war beim Angriff durchtrennt worden und ihre Halsschlagader, zudem hatte ein Messerstich ihr Herz getroffen. Jede dieser Verletzungen war tödlich. 

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Offenbar hatte Wochen zuvor die Lieferung eines Ventilators den 44-Jährigen und die Frau näher zusammengeführt. Im Extrem-Sommer 2018 waren Ventilatoren fast ausverkauft, der Kiosk-Mitarbeiter konnte der 36-Jährigen aber noch ein Gerät beschaffen, kam so wohl an ihre Adresse und ihre Handy-Nummer. In einem Brief soll er ihr später seine Liebe gestanden, sich aber auch beklagt haben, dass sie seine Handy-Nummer blockiert habe.

Ob verschmähte Liebe das Motiv für die Bluttat war – auch dazu schweigt der 44-Jährige seit der Festnahme. Im Prozess soll ein Gutachter nicht nur die Schuldfähigkeit des 44-Jährigen zur Tatzeit prüfen, sondern auch, ob er als gemeingefährlich gilt, in einer Psychiatrie-Klinik untergebracht werden muss.

Bis 2010 galt der Kiosk-Mitarbeiter wegen einer psychischen Beeinträchtigung zu 50 Prozent als behindert, danach wurde der Grad der Behinderung auf 20 Prozent herabgestuft. Für den Prozess, zu dem die Anklage bisher 60 Zeugen aufgelistet hat, sind beim Landgericht 16 Verhandlungstermine bis Ende Mai vorgesehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tödlicher Angriff auf Frau in Düsseldorf-Friedrichstadt