Heerdt: Einkaufszentrum Nikolaus-Knopp-Platz in der Kritik

Einkaufszentrum Heerdt : Viel Leerstand im Heerdter Zentrum

Die Heerdter Bürger sorgen sich um ihr Einkaufszentrum am Nikolaus-Knopp-Platz. Sie protestieren auch gegen die geplante Schließung der Sparkassen-Filiale.

Das Fairhaus ist weg, das Photostübchen ebenfalls, das Reisebüro hat zugemacht, auch der Elektroladen, Reisebüro, Änderungsladen und als I-Tüpfelchen wird Ende des Jahres die Filiale der Stadtsparkasse aufgegeben. Der Verlust an Kaufkraft, an Möglichkeiten, im Wohnumfeld seine Geschäfte zu erledigen, treibt die Heerdter um.

Wie wichtig den Bürgern ihr Einkaufszentrum ist und wie sehr sie sich gegen die beabsichtigte Schließung „ihrer“ Stadtsparkasse wehren, zeigte ein Ortstermin vor dem Geldinstitut, zu dem sich überraschend viele Anwohner einfanden. Elke und Gerda Engelmann, Getrud Meschkat, Ursula und Udo Tuntke, Marlies Kuttenkeuler und Johann Florenz, um nur einige zu nennen, sagen das, was alle bewegt: „Die beabsichtigte Schließung der Sparkasse hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Gerd Engelmann bezeichnet die Schließung als „reines Politikum“. Weiter: „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Sparkasse erfüllt ihren öffentlichen Auftrag nicht.“ Der Erhalt der Filiale liege allen am Herzen, denn eine Alternative gebe es nicht. Auch ein Service-Bus der Sparkasse, der einmal in der Woche am Hanns-Heuer-Platz Station machen soll, ersetzt nach Meinung der Heerdter die Filiale nicht. Ebenso nicht die versprochenen Geldautomaten, deren Standort noch nicht klar ist. Philipp Perzborn macht den Vorschlag, sie in die Tankstelle zwischen Kribbenstraße und Hymngasse zu integrieren. „Dort sind die Automaten 24 Stunden unter Kontrolle.“

Neben dem Verlust der Sparkasse geht es den Heerdtern vor allem auch um den Bestand ihres Einkaufszentrums rund um den Nikolaus-Knopp-Platz. „Wenn ich jetzt zur Oberkasseler Stadtsparkasse fahren muss, dann kaufe ich auch gleich dort auf dem Markt ein und nicht in Heerdt“, stellt Friedel Blum fest. Damit gerät nicht nur der Heerdter Freitagsmarkt, sondern auch die übrige Geschäftswelt ins Hintertreffen. Das bestätigen auch seine Mitstreiter, die nicht müde werden, zu betonen, dass Heerdt von 12.000 auf 14.000 Einwohner wachsen werde und ein Ende noch nicht abzusehen ist. „Die Politiker sollten sich in Heerdt sehen lassen“, fordern die Versammelten. Denn: „Wir haben hier mehr Probleme.“

Damit wird der Verkehr angesprochen, der im Zuge des Hochbahnsteigs teils groteske Züge angenommen hat. Zum Beispiel wird die einspurige Fahrbahn plötzlich zweispurig, um dann wieder einspurig zu werden. Wurde der Überweg am westlichen Ende des Hochbahnsteigs auch nach etlichen Protesten mit Piktogrammen gesichert, so wird nach wie vor ein Blinklicht gefordert, das vor den herannahenden Bahnen warnt. Giuseppe Saitta, CDU-Ratsherr für Heerdt, versichert, dass er sich darum bemühen werde. Hoffnung auf den Erhalt der Sparkasse macht er allerdings nicht. „Die Zahlen sprechen für sich, so dass der wirtschaftliche Aspekt zählt und nicht der soziale.“ Die Automaten aber blieben am Alt-Standort, und auch dort werde das Service-Mobil der Sparkasse halten. „Wir müssen noch eine Weile durchhalten“ so Saitta, der sich viel vom geplanten Lidl-Markt auf dem alten Gelände des Blumenhandels verspricht.

Dass die Bürger aber nicht nur auf die Politik warten, haben jüngst der Heerdter Bürger- und Schützenverein bewiesen. Gemeinsam mit den Geschäftsleuten haben sie die „Interessengemeinschaft Nikolaus-Knopp-Platz“ gegründet. Ziel ist: Vorschläge zu erarbeiten, um die gesamte Situation zu verbessern. „Es sollen konzertierte Aktionen stattfinden“, sagt Schützenchef Andreas Bahners, der auch Sprecher der Gruppe ist. Zum Beispiel mit Nikolausmarkt, Trödelmarkt, Straßenfest und auch Weihnachtsbeleuchtung. Ziel sei ebenfalls, den Hanns-Heuer-Platz so zu gestalten, dass niemand bei Regen mehr im Matsch stehen müsse.

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