Neujahrsempfang: Heine-Uni in Düsseldorf treibt Digitalisierung und Bauprojekte voran

Neujahrsempfang der Hochschule : Heine-Uni treibt Digitalisierung und Bauprojekte voran

Rektorin Anja Steinbeck kündigte beim Neujahrsempfang der Hochschule auch an, die Qualität der Studiengänge noch stärker in den Fokus zu nehmen.

Einen drängenden - wenn auch nicht eben akademischen - Wunsch an das Rektorat der Heinrich-Heine-Universität präsentierte Rektorin Anja Steinbeck am Ende ihrer Rede. Geäußert worden war dieser bei einer Befragung der Gäste der Schlossgespräche auf Schloss Mickeln im Sommer: "Kneipe auf dem Campus" gaben die am häufigsten an - was gestern beim festlichen Neujahrsempfang der Uni die Gäste erheiterte.

Zuvor hatte die Rektorin in ihrer Ansprache vor Hunderten geladenen Gästen im Konrad-Henkel-Hörsaal umfassende Pläne für die Weiterentwicklung der Universität in den kommenden Monaten und Jahren erläutert. "Themen, die wir angehen müssen und wollen, gibt es genug", sagte sie.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (l.) mit Gregor Berghausen (IHK). Foto: nicole lange

Dazu gehöre neben den klassischen Bereichen Forschung und Lehre unter anderem auch die fortschreitende Profilierung als Bürgeruniversität, erklärte Steinbeck. "Durch den steigenden Rechtfertigungsdruck auf die Wissenschaft und durch die gesellschaftlichen Debatten um ,Fake News' und ,Alternative Fakten' stehen Universitäten mehr denn je in der Verantwortung, ihre Forschungsergebnisse öffentlich sowie verständlich zu machen." Für die künftige Entwicklung der Uni nahm sie zudem die fortschreitende Digitalisierung und aktuelle Bauprojekte am Campus in den Blick - sowie die Zahl der Absolventen.

Dezernent Andreas Meyer-Falcke (l.), Kämmerin Dorothée Schneider und Wolfgang Rolshoven (Jonges). Foto: Nicole Lange

Denn das Rektorat will in seiner zweiten Amtshälfte besonderes Augenmerk auf das Thema Studienerfolg legen, wie Steinbeck erklärte. Die Abbrecherquote - inklusive Studienwechsler - liege an den Unis im Schnitt bei knapp 30 Prozent. "Wir sehen uns durchaus in der Pflicht. Maßnahmen zu ergreifen, um den Studienerfolg zu erhöhen", sagte die Rektorin. Man werde dafür die Qualität der Studiengänge unter die Lupe nehmen und in diesem Zusammenhang auch der Eingangsphase des Studiums größere Aufmerksamkeit widmen.

Von links: Johannes Siegrist, Vittoria Borsò, Detlev Riesner und Uni-Rektorin Anja Steinbeck. Foto: Nicole Lange

"Es sind eben nicht ausschließlich mangelnde Kompetenzen, die zu einem Abbruch des Studiums führen, sondern häufig ein unglücklicher Studieneinstieg, etwa weil die Studierenden nur ungenaue Vorstellungen vom Studium haben." Es gelte, den jungen Menschen die richtige Studienwahl und dann einen guten Einstieg zu ermöglichen.

Das Thema Digitalisierung wird ebenfalls gezielt angegangen - nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument für eine hochwertige Lehre und exzellente Forschung, wie Steinbeck betonte: "Wir müssen und werden uns Gedanken machen, welche Strategie wir verfolgen, damit wir für Forscher, Studierende und Mitarbeiter weiterhin attraktiv bleiben." Während aus Sicht der Rektorin die digitalen Methoden keinesfalls die Präsenzlehre ersetzen sollen, könnten sie helfen, besser auf individuelle Lernzyklen einzugehen.

Zudem sollen Studierende die Kompetenzen erwerben können, die sie für ihren angestrebten Beruf später brauchen können. In der Forschung werde man "dicke Bretter bohren" müssen, kündigte Steinbeck an: Hier steht etwa die Frage nach einer strukturierten Archivierung von Forschungsdaten an - welche davon erfasst werden, wie man sie managt und wie man sie archiviert - "und das Ganze noch mit einem notwendigen Maß an Datensicherheit."

Aber auch im sonstigen Uni-Leben werde die Entwicklung der Technik neue Herausforderungen bringen: "Angefangen von scheinbar banalen Erfordernissen wie sicherem Mailverkehr und WLAN an jeder Ecke des Campus bis hin zu den massiven Veränderungen des akademischen Publikationswesens."

Auch baulich wird sich der Campus weiterentwickeln. Schon im Sommer soll das neue Zentrum für Synthetische Lebenswissenschaften eröffnet werden, in dem auf 4000 Quadratmetern je zur Hälfte Labore und Büros eingerichtet werden, etwa aus dem Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften. Bis zum Winter soll die Erweiterung des Oeconomicums abgeschlossen werden, das die Schwarz-Schütte-Förderstiftung finanziert. 2019 wird der sechsgeschossige Gebäudekomplex für Biowissenschaften und Chemie fertiggestellt.

Für den musikalischen Rahmen des Programms sorgte die Kunstgeschichte-Studentin Lucie Benavides, die Klavier spielte und sang und mit Stücken wie "Rolling in the Deep" und "Girl on Fire" begeisterte. Die Gäste fanden es hinreißend - so dass sich der Empfang um eine Zugabe verzögerte.

(RP)
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