Oberkassel: Anwohner sind schockiert

Oberkassel: Anwohner sind schockiert

Ein ungewohntes Bild bot sich jüngst den Oberkasselern am Barbarossaplatz. Autofahrer hatten ihn zum Parkplatz gemacht. Auch die benachbarten vermüllten Container sind nach wie vor in der Kritik.

Es ist schon merkwürdig, wie schnell Autofahrer eine Möglichkeit finden, ihr Auto kostenlos und über Stunden abstellen zu können. In allen Stadtteilen ist das zu beobachten. Ein krasses Beispiel lieferte der südliche Teil des Barbarossaplatzes. Dort hatten die Autofahrer entdeckt, dass Poller in der Absperrung fehlten und die Chance ergriffen, ihr Auto auf dem Platz abzustellen - was einem Tabubruch gleichkam. Denn kaum einen Steinwurf weit entfernt befindet sich eine komfortable Tiefgarage.

"Das Parken auf dem Platz hat uns nicht nur erstaunt, sondern vor allem erbost", beschreibt Anwohner Ivo Rabanus seine Beobachtung. Der Barbarossaplatz als Großparkplatz, das sei schon eine Frechheit. "Wir wissen nicht, ob die Poller extra entfernt wurden, oder ob die Marktbeschicker vergessen haben, die Lücke zu schließen." Rabanus befürchtet nun, dass sich diese Unaufmerksamkeit verselbstständigt.

Bezirksbürgermeister Rolf Tups versichert, dass das nicht der Fall sein wird. "Es handelt sich um illegales Parken." Bilder und Beschwerden der Anwohner seien ans Markt-Amt weitergeleitet worden. "Mit der Bitte, die Markthändler darauf aufmerksam zu machen, die Poller nach Verlassen des Platzes wieder einzusetzen", ergänzt Tups.

Zwei Mal in der Woche, dienstags und freitags, bauen die Markthändler ihre Stände auf der gepflasterten Fläche auf. Dazu dürfen sie mit ihren Transportfahrzeugen den Platz befahren. Mit einem Pollerschlüssel können sie sich eine Zufahrt auf den ansonsten hermetisch gesicherten Ort verschaffen. Das ist dann auch so von Politik und Verwaltung gewollt, wobei eine Nutzung als Parkplatz ausgeschlossen wurde.

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Umso ärgerlicher ist die Zweckentfremdung, besonders für die Bürger, die sich unermüdlich für die Gestaltung des einst vernachlässigten Platzes eingesetzt hatten. Allen voran der Verkehrs- und Verschönerungsverein, der hartnäckig eine Gestaltung gefordert und auch Konzepte entwickelt hatte. Nach jahrzehntelangem Tauziehen war die Fläche schließlich 2004 umgebaut und der Öffentlichkeit übergeben worden.

Zuvor hatte es allerdings massive Beschwerden gegeben, weil die Fläche nicht gepflastert, sondern asphaltiert werden sollte. Die damalige Gründezernentin Charlotte Nieß-Mache hatte schließlich dafür gesorgt, dass die aus dem Rückbau der Kaiserswerther Straße stammenden Pflaster-Steine kostenlos an die Oberkasseler weitergegeben wurden.

Ein anderes und immer wieder geäußertes Problem ist die Vermüllung der Wertstoffbehälter in allen Stadtteilen. Die Anwohner sprechen von einer unzumutbaren Belastung, besonders, wenn die Behälter überquellen, sich die Kartons drumherum nicht nur zur Weihnachtszeit stapeln. Auch bei diesem Thema werden die Oberkasseler nicht müde, das, was sich an der Drakestraße in Nachbarschaft zum Barbarossaplatz abspielt, zu kritisieren. "Die hässlichen Container stören nicht nur das Stadtbild, sondern verstellen auch den Blick auf den Werner-Pfingst-Platz", sagt Rabanus. Er hätte sie lieber auf der Luegallee gelassen. Und Claus Brandt bemerkte, dass Wertstoffbehälter nicht in ein Wohngebiet gehörten. 2014 waren sie von der Luegallee an die Flanke der Stadtsparkasse verschoben worden. Denn auch an der Einkaufsstraße waren sie nicht gelitten. Deshalb hatten die linksrheinischen Bezirksvertreter die Verwaltung gebeten, einen anderen Standort zu suchen, wobei die Behälter schließlich an die Drakestraße gesetzt wurden. Tups sieht die Bevölkerung in der Verantwortung. "Es sind unsere Bürger, die die Standorte mit ihrem Altpapier vermüllen."

(RP)
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