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Kultur-Tipp aus Düsseldorf: "Circus der Sinne" zeigt Afrika-Show

Kultur-Tipp aus Düsseldorf : "Circus der Sinne" zeigt Afrika-Show

Ansteckende Lebensfreude mit Tanz, Akrobatik und Musik erwartet die Besucher im Capitol Theater bei der Mother Africa-Show "Umlingo".

Umlingo bedeutet übersetzt so viel wie "Magie" oder "Wunder" und erzählt die Geschichte einer großen Reise. Tewadros, der junge Held der Geschichte, erlebt auf seinem Weg Abenteuer, Wunder und wahre Freundschaft.

Die bezaubernde Akina wartet mit einem gläsernen Koffer auf dem Marktplatz. In ihm verbirgt sich etwas Magisches: ein kleiner Baum. Tewadros hat die schöne Akina einige Zeit beobachtet — plötzlich verschwindet sie und lässt den Koffer zurück. Er beschließt, sich auf den Weg zu machen, um ihn ihr zurückzubringen. Dabei taucht er ein in eine mystische Welt, begleitet von temperamentvollen Tänzern und waghalsigen Akrobaten, die die Zuschauer mit ihren Kunststücken in den Bann ziehen.

Dass es neben dem Singen und Tanzen auch immer etwas zu lachen gibt, dafür sorgen bei der "Mother Afrika — Circus der Sinne-Tour 2013" die Weisen dieser Welt, die Clowns und Hofnarren. In "Umlingo" ist es Reuben, der Tewadros auf seinem Weg begleitet und die Widrigkeiten der Welt mit einem Augenzwinkern bedenkt.

Die rund 40 Akteure des Stücks stammen aus ganz Afrika. Sie stammen aus der Artistenschule, die Winston Ruddle, Direktor der Compagnie, 2005 in Tansania gründete. Für die Ausbildung müssen die jungen Talente nichts zahlen, die Schule übernimmt die Kosten für Anreise, Verpflegung und das Training. Für viele von ihnen ist die Artistenschule die einzige Möglichkeit, der Armut in ihrer Heimat zu entfliehen. Mit der Ausbildung finden sie nicht nur Arbeit und lernen etwas, sondern sie gewinnen auch Selbstbewusstsein. Ihre Tourneen und Gastspiele führten sie bereits nach Neuseeland, Australien, den Philippinen, Ägypten und Singapore. Beim renommierten Theaterfestival in Edinburgh sorgten die Künstler nicht nur für Begeisterung beim Publikum, sondern heimsten auch sehr gute Kritiken ein.

Show-Direktor Winston Ruddle war selbst Clown, Artist und Drahtseilkünstler. Der 40-jährige Selfmade-Mann und Vater von "Mother Africa" kümmert sich um Choreographie, Kostüme, Musik und die Künstler-Auswahl. Als Choreograph für "Umlingo" konnte Ruddle Renick Bernadina gewinnen. Der 43-jährige Tänzer aus Curacao hat mit Künstlern wie DJ Bobo, Sarah Connor und den No Angels zusammengearbeitet. Bei ihren Produktionen geht es Mother Africa nicht nur darum, afrikanische Kultur und Lebensfreude zu präsentieren und das Publikum für zwei Stunden zu unterhalten. Die Compagnie möchte auch einen Beitrag zur langfristigen Hilfe leisten. Deshalb kommt bei den Tourneen 50 Cent jedes verkauften Tickets entwicklungspolitischen Projekten in Afrika zugute. Bereits zum dritten Mal wird Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" unterstützt. Sonja Schmitz

(RP)