Keiner will Bauschutt des abgebrannten Clubheims in Düsseldorf abholen

Vereinsheim : Schwarz-Weiß: Baustelle steht still

Vor einem halben Jahr wurde das Clubheim des Oberbilker Vereins in Brand gesteckt. Zwar läuft der Abriss, doch die Baucontainer mit dem Schutt werden einfach nicht abgeholt. Der Vorsitzende Michael Drinhausen ist verzweifelt.

Michael Drinhausen hat Humor, zurzeit allerdings mehr Galgenhumor, denn der Vorsitzende des SC Schwarz-Weiss 06 steht auch gut sechs Monate nach dem verheerenden Brand des 06-Vereinsheims vor einem Trümmerhaufen. Ende Oktober 2018 hatte ein 25-Jähriger Drogensüchtiger versucht, die Einbruchsspuren seiner Beschaffungskriminalität zu beseitigen, indem er Feuer gelegt hatte. Das Clubhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Zwar hat der Abriss des ausgebrannten Gebäudes begonnen, aber beim nächsten Schritt hakt es gewaltig. „Seit vier Wochen passiert nichts mehr, denn die acht Bauschuttcontainer, in denen das Abrissmater­ial gesammelt wird, werden einfach nicht abgeholt. Niemand weiß, was mit dem aufgrund des Brandes kontaminierten Material passiert“, ärgert sich Drinhausen. „Aber es kann doch auch keine umweltverträgliche Lösung sein, vergifteten Schutt einfach in einer öffentlichen Grünanlage stehen zu lassen.“

Zwar hat der Verein ein Abriss- und ein Entsorgungsunternehmen beauftragt, aber dieses hat wohl bisher keine Endlager- oder Weiterverwertung­stätte gefunden. Wegen des zu hohen Schwefelgehalts darf der verbrannte Bauschutt nur in speziell zertifizierten Lagerstätten abgegeben werden. „Mir ist es eigentlich egal, ob der Schutt in Düsseldorf oder woanders entsorgt wird, Hauptsache er wird endlich entsorgt, damit es bei uns voran gehen kann“, meint Drinhausen. „Ich bin den Schwarz-Weiss-Mitgliedern Rechenschaft schuldig. Und die fragen mich natürlich ständig, was denn los sei, warum es nicht weitergeht.“ Nach Drinhausens Angaben soll es wohl heute ein weiteres Gespräch zwischen dem Entsorger und der IDR-Entsorgungsgesellschaft geben. „Ich weiß aber nicht, was dabei raus kommt“, so Drinhausen.

Allmählich gibt der Vorsitzende des SC Schwarz-Weiss auch die Hoffnung auf, dass der ursprüngliche Zeitplan, im Sommer nächsten Jahres ins neu aufgebaute Clubhaus (inklusive Gastronomie) ziehen zu können, eingehalten werden kann. „Natürlich möchten wir so schnell wie möglich zu unserem gewohnten Vereinsleben zurückfinden“, konstatiert Drinhausen. Nach dem Feuer war über die Schwarz-Weißen eine Welle der Solidarität geschwappt. Andere Vereine boten Trainingsmöglichkeiten an, die Stadt errichtete ein kleines Containerdorf, mit Umkleidekabinen und Büro-Räumen. Der Trainings- und Spielbetrieb auf der heimischen SC-Anlage konnte wieder aufgenommen werden. Vom Vereinsleben sind die Schwarz-Weißen aber noch ganz weit entfernt. Ein Zelt, das zuletzt für die Gastronomie bei Meisterschaftsspielen aufgestellt war, wurde durch einen Sturm völlig zerstört.

Und auch für Drinhausen ist es eine anstrengende und oft frustrierende Situation. „Neben meinem Beruf fahre ich ständig zur Anlage und schaue, ob doch irgendwer irgendwo arbeitet. Ich versuche alles so schnell wie möglich zu regeln“, verrät der Vorsitzende. „Allmählich bekomme ich ein Gefühl dafür, warum bei so vielen Neubauten so viel Zeit ins Land geht.“ Seinen Humor hat er aber nicht verloren, denn als Aprilscherz postete der SC Schwarz-Weiss, dass Ehrenmitglied Heino am 14. April den Anstoß beim SC-Meisterschaftsspiel am Stoffeler Kappellenweg 72 machen würde und anschließend einige seiner Songs zum besten gäbe. „Das stimmt natürlich nicht“, so Drinhausen. Heino hat zwar ein Benefizkonzert für uns zugesagt, der Termin steht aber noch nicht fest.“

Mehr von RP ONLINE