Fred Schmitz hat einen Film über Düsseldorf Angermund gedreht

Filmprojekt zu Angermund : Ein Film zeigt Angermunds Schönheiten

Der Filmemacher Fred Schmitz hat eine Dokumentation über die Rosenstadt erstellt. Ein Jahr lang hat er dafür die Angermunder im Alltag, aber auch bei Feiern und im Brauchtum begleitet.

 Eigentlich sollte es nur ein Kurzfilm von 20 Minuten werden, doch dann hat die Vielseitigkeit des Stadtteils Angermund Fred Schmitz überrascht. „Egal, mit wem ich dort gesprochen habe, immer hat man mir einen neuen Ort, Verein, ein Gebäude oder Menschen ans Herz gelegt, die unbedingt auch noch Eingang in meinen Film finden müssten“ sagt Fred Schmitz. Der 81-Jährige ist leidenschaftlicher Filmemacher. 40 Jahre lang hat er in der Werbe-Industrie als Fotograf und Filmer gearbeitet und konnte mit dieser kreativen Tätigkeit einfach nicht aufhören. So hat der Unterrather inzwischen privat schon 13 Filme über seine Heimat gedreht, die zum Teil auf Festivals ausgezeichnet und im Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Sein neuestes Werk heißt „Angermund – Vielfalt mit Herz“ und zeigt die vielen Facetten von Düsseldorfs nördlichstem Stadtteil. Ein Jahr hat Schmitz an dem nun 55 Minuten langen Film gearbeitet. Um sich mit dem Stadtteil bekannt zu machen, hat er diesen häufig mit dem Fahrrad durchquert und auch vom Fahrrad aus einige Sequenzen gefilmt. Begonnen mit den Dreharbeiten hat er am 11. Januar 2018 beim Biwak der Karnevalsgesellschaft De elf Pille. Die letzten Aufnahmen entstanden dann im November beim großen Nikolausmarkt.

„Ich bilde quasi das Leben in Angermund über ein Jahr ab“, sagt Schmitz. Er hat die Angermunder dabei in ihrem Alltag begleitet, mit ihnen Feste gefeiert, ihnen in ihren Vereinen, Berufen und bei ihren Hobbys über die Schulter geschaut. Er gibt Einblicke in das vielseitige Angermunder Brauchtum und die Geschichte des Ortes. Zudem zeigt er auch jede Menge Natur. Statements von Angermunder Bürgern lockern den Film auf und Fred Schmitz selbst kommentiert viele der Szenen.

Alte historische Fotos, die Schmitz über die Archivarin Anneliese Bock vom Kulturkreis Angermund erhalten hat, bilden den roten Faden im Film. Durch geschickte Überblendungen zeigt der Filmemacher Orte, so wie sie früher ausgesehen haben und wie sie heute gestaltet sind. „Angermund ist wirklich ein sehr schöner Stadtteil“, sagt Schmitz. Besonders beeindruckt ist er aber von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Angermunder. „Die Bereitschaft, mich bei meinem Projekt zu unterstützen, war sehr groß.“

So hat ihn auf vielen Touren durch das Dorf auch der Angermunder Johannes Kohlhaus begleitet. Der Musiker und Begründer des Quartetts Musica Variata sorgt als Koproduzent auch für den besonderen Sound des Filmes. Szenen wurden beispielsweise mit einer Orgelvariation des Angermunder Karnevalsliedes „Ich bin ’ne Pille“, unterlegt, die von Heinz-Jacob Spelmans, früher langjähriger Kantor in Angermund, auf der Orgel gespielt wurde. Kohlhaus selbst hat unter anderem seinen Rosenwalzer, Stücke von Musica Variata und eigene Improvisationen als Filmmusik beigesteuert.

Fred Schmitz‘ Film ist nicht das erste Werk, das die Ortschaft Angermund mit ihren Bewohnern in den Mittelpunkt stellt. 1977 wurde bereits eine Dokumentation über die Rosenstadt veröffentlicht. „Es wurde also Zeit für ein neues Werk und neue Perspektiven. Wir haben schon Anfragen von Menschen, die den Film gerne Angermundern, die weggezogen sind, schenken wollen“, sagt Kohlhaus.

Die Arbeiten zum Angermund-Film liefen diesmal für Schmitz nicht glatt. „Als ich bereits die Hälfte fertig geschnitten hatte, hat ein Kurzschluss alles vernichtet. Ich musste das ganze Materila erneut bearbeiten.“ Davon lässt sich der umtriebige Filmemacher aber nicht entmutigen. Er hat bereits sein nächstes Filmprojekt ins Auge gefasst. „Gerne würde ich alte Handwerksberufe, die noch in Düsseldorf ausgeübt werden, vorstellen. Die muss ich aber erst einmal finden.“

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