Golzheim Fest in Düsseldorf 2019 war ein voller Erfolg

Umsonst und draußen in Düsseldorf : Zwischen Woodstock und Stadtteil

Unter dem Motto „Umsonst und draußen“ wurde an der Theodor-Heuss-Brücke Samstag und Sonntag gefeiert. Am Wochenende war die Stimmung gut, die meisten Gäste genossen die gute Musik.

Nicht die Milch, sondern die Mischung macht es. Jedenfalls beim Golzheim Fest. Das feine Musikfestival mit Trödelmarkt und untermalendem DJ-Sound bot einen kostenfreien Einblick in die musikalische Vielfalt der Düsseldorfer Bandszene inklusive internationalem Anstrich.

Dafür hatten die Organisatoren die Acid Jazz-Band „Corduroy“ aus London auf die Bühne am Rheinufer unterhalb der Theodor Heuss-Brücke gelockt. Drumherum hatten die Mitglieder des „Golzheim Fest Vereins“ mit der einheimischen „Rhythmussportgruppe“, „Hack Mack Jackson“, Georg Zimmermann und Band, „Neumatic Parlo“, Florence Besch sowie Amour Vache, deren Musiker aus Duisburg, Essen und Düsseldorf stammen ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit extrem viel Lokalkolorit gebastelt, das den unterschiedlichsten Musikansprüchen gerecht wurde. „Welche Bands spielen, ist eine Gefühlsentscheidung. Sie müssen irgendwie auch zum Headliner passen“, sagt Golzheim-Fest-Mitorganisatorin Ina Schulz.

„Ich sammle alle Vorschläge, die wir im Verein besprechen.“ Diesmal war von Singer-Songwritern mit ihren kleinen, zarten Reisen durch Gefühl und Leben, den flotten, tanzbaren Rhythmen des Rockabilly, einer unnachahmlichen Mischung aus Americana, Blues und Punk bis hin zum Top Act Corduroy mit seinem in den 1990er Jahren geprägten Acid Jazz viele Stilrichtungen dabei.

Und auch diejenigen, denen das Tanzbein bei fetzigen Pop und schnurrig/röhrendem Big-Band-Jazz eher am Boden festbetoniert ist, konnten sich der animierenden Bewegungsaufforderungen „Eins, zwei - eins zwei drei - Links, rechts, runter, hoch“ der „Rhythmussportgruppe“ kaum entziehen. „Ich liebe das Golzheim Fest mit seinen vielen verschiedenen Bands. Hier findet jeder etwas, was ihm gefällt und dass in einer gemütlichen und schönen Location direkt am Rhein“, schwärmt Anke Strick.

Die Bands spielen keine massentauglichen Top-Hits-Cover, sondern sie stehen alle für selbst- und handgemachte Qualitätsmusik. Genau das ist es, was die Golzheim-Festbesucher interessiert. „Maximal zehn Prozent der Leute wollen Covers hören. Alle anderen wollen, dass wir selbstgemachtes Zeug mit Profil und Charakter spielen“, meint Georg Zimmermann. „Das merkt man an der Wertschätzung, die einem auf der Bühne entgegenschlägt. Die allermeisten hören interessiert zu. Für mich ist das Golzheim Fest eine absolut gelungene Mischung zwischen Stadtteilfest und Woodstock.“ So fühlten sich vom Kind bis zum betagten Senior alle beim Golzheim Fest gut aufgehoben.

Am Sonntag konnte man bei „Golzheim Fest trifft Trödelkram“ auf die Suche nach echten gebrauchten Schätzen gehen. „Der Trödelmarkt wird von Weiberkram organisiert“, so Schulz. „Er ist so beliebt, dass er seit Monaten ausgebucht ist. Zum Trödelmarkt gab es musikalische Unterstützung von High Noon Soundstation, Bindiga von Bass Connection, Chrispop und MR. [Q]. Los ging es aber mit mit Gogo Deetown & The Juniors. „Das Golzheim-Festival hat sich in den elf Jahren seines Bestehens extrem positiv entwickelt“, sagt Björn Waldeck. Er gehört zu den Stammgästen unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke. „In diesem Jahr hat mir Corduroy am besten gefallen. Die kenne ich schon aus den Neunzigern.

Waldeck wird, genauso wie Strick auch beim nächsten Golzheim Fest im kommenden Jahr zum Publikum gehören. Wer nach dem Samtags-Tages-Programm immer noch nicht genug hatte, besuchte im Club Golzheim die offizielle Gilzheim Fest-Aftershow-Party. In der Uerdinger Straße 45 ging es mit Christian Bitterwolf, Q Kalle und Thomas Deutzmann weiter. Genauso bunt wie das Musikprogramm war das Food-Angebot: Von Fisch, über Döner Flammkuchen und Bratwurst war alles dabei.

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