Keine Toleranz gegenüber Störern - Kommentar zu Rheinbad-Räumungen in Düsseldorf

Nach dritter Rheinbad-Räumung in Düsseldorf : Keine Toleranz gegenüber Störern

Dreimal musste das Rheinbad innerhalb weniger Wochen geräumt werden. Ein viertes Mal sollte es nicht geben, meint unser Kommentator.

Die erneute Räumung des Rheinbades in Düsseldorf ist ein Desaster für die Verantwortlichen. Nach den Vorfällen am letzten Juni-Wochenende gab es einen Krisengipfel mit Polizeipräsident, Stadtdirektor, Ordnungsdezernent und Prokurist der Bädergesellschaft. Breitschultrige Security-Männer sind seitdem bei höheren Temperaturen im Bad, aber als am Freitag erneut eine große Gruppe Jugendlicher dem Personal nicht nur auf der Nase herumtanzte, sondern es ernsthaft bedrohte, waren auch die Mucki-Männer überfordert. Mit anderen Worten: Das Problem ist noch längst nicht im Griff, und das ist nicht abzeptabel.

Angeblich wird jetzt aber alles besser, und das muss es auch. Sonst geht bald keine Familie mehr ins Rheinbad. Die Idee, dass sich nun jedermann am Eingang ausweisen können muss, ist für den Anfang in Ordnung. Daraus muss aber ein klares und dauerhaftes Vorgehen gegen die Störer erwachsen.

Wer sich im Bad daneben benimmt, hat dort nichts verloren und gehört mit Hausverbot belegt – egal welche Hautfarbe er hat oder welche Nationalität in seinem Pass steht. Der Hinweis ist nämlich wichtig: Nach Aussagen aus Reihen der Bädergesellschaft sprechen viele der betreffenden Jugendlichen gut Deutsch, die Regeln und Abläufe in unserem Land dürften ihnen sehr wohl bekannt sein, manche dürften hier geboren sein und sind vielleicht Deutsche.

Nun müssen die Regeln durchgesetzt werden. Sie gelten für alle und es ist wie auf vielen anderen Feldern, die aktuell in der Gesellschaftspolitik diskutiert werden: Der Staat darf kein zahnloser Tiger sein, damit die Toleranz und Offenheit, auf die wir zurecht stolz sind, nicht die Beute von Populisten und Neonazis wird, wie immer sie sich auch nennen mögen.

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