Spitzensport in Dormagen: Sportinternat Knechtsteden hilft Externen

Spitzensport in Dormagen : Sportinternat hilft externen Athleten

Zu Beginn des zwölften Schuljahres am Sportinternat Knechtsteden stellten die Verantwortlichen neue Projekte und Pläne vor. So sollen nun auch Landeskaderathleten aus dem Rhein-Kreis Neuss vom Angebot profitieren.

Ob Handballer, Säbelfechter, Ringerinnen oder Leichtathleten – die Sportarten der Bewohner des Sportinternats Knechtsteden sind vielfältig. Eins haben sie gemeinsam: Sie möchten schulische und sportliche Ausbildung verbinden. „Dafür finden sie hier bei uns beste Bedingungen“, wirbt Henning Heinrichs, Leiter des Sportinternats Knechtsteden, für seine Einrichtung. Und die Erfolge geben ihm Recht, wie er aufzählt: „Drei von vier Säbelfechterinnen, die Vizeweltmeister bei den Juniorinnen geworden sind, haben eine Verbindung zu uns“, weist Heinrichs auf Lisa Gette, Julika Funke und Larissa Eifler hin. Auch Weitspringer Samuel Claudy, der aktuell Erster der euopäischen U18-Rangliste ist, und Zehnkämpfer Jan Ruhrmann (Siebter bei U23-EM mit 7637 Punkten) sind zwei Beispiel für erfolgreiche Knechtstedener Internatsschüler. Auch alle Nachwuchsteams des TSV Bayer Dormagen, die auf höchstem Niveau spielen, haben Internatsschüler in ihren Reihen.

Zu Beginn des zwölften Internats- und Schuljahrs sind wieder neue hoffnungsvolle Talente ins Sportinternat Knechtsteden eingezogen, das 36 Plätze hat. „Da setzen wir weiterhin auf die sehr gute Zusammenarbeit mit den leistungsstarken Vereinen“, betont Henning Heinrichs, der auch drei Neuerungen präsentierte: „Wir unterstützen jetzt auch alle Landeskaderathleten im Rhein-Kreis Neuss direkt, so dass viele junge Leistungssportler aus dem Rhein-Kreis vom Sportinternat profitieren, ohne hier zu wohnen.“ So öffnet das Sportinternat seine sportpsychiologiesche Sprechstunde für alle Landeskaderathleten. „Wir konnten die Sportstiftung NRW dafür gewinnen, diese sinnvolle Maßnahme zu finanzieren“, sagt Heinrichs, der darauf hinweist, dass das Internat die Organisation und die Räume zur Verfügung stelle. Ähnlich verhält es sich bei der Ernährungsberatung, die ab jetzt dem gleichen Sportlerkreis offen steht, finanziert von der Leistungssportregion Rhein-Kreis Neuss. Auch für Vorträge können die Räume des Internats genutzt werden, so hält Jannis Dakos, Koordinator der NRW-Leistungssportregion Rhein-Kreis Neuss, dort Workshops und bietet Expertenvorträge an. Mit diesen innovativen Projekten sollen „die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt und dem Verbundsystem Nachwuchsleistungssport im Rhein-Kreis Neuss zur Verfügung gestellt werden“, so der Internatsleiter. Denn der Campus und die NRW Sportschule wollen den Leistungssport im Rhein-Kreis weiter fördern.

Bereits gut eingelebt haben sich Säbelfechterin Laura Ziob (15) und Handballer Christian Wilhelm (17), die beide wegen der guten Kombination aus Leistungssport und Schule aus Koblenz bzw. Flensburg nach Dormagen gekommen sind. „In der Region sehe ich beruflich neben dem Sport gute Chancen durch die nahen Unis, die Sporthochschule und viele Ausbildungsbetriebe“, sagt der A-Jugend-Handballer des TSV Bayer Dormagen. „Und der kurze Schulweg ist toll“, meint Laura Ziob, die auf das Messen mit vielen anderen leistungsstarken Fechterinnen im Training hinweist. „Das gibt es anderswo nicht in dem Maße“, sagt die Neuntklässlerin, die bisher noch kein Heimweh verspürt hat.

Wie das Norbert-Gymnasium Knechtsteden selbst setzt auch das Sportinternat auf Nachhaltigkeit: „Mit der Biostation Knechtsteden sind wir eine Kooperation eingegangen, die uns noch mehr mit der Natur in Kontakt bringt“, weist Henning Heinrichs auf die Patenschaft für einen Apfelbaum hin: „Da wissen die Jugendlichen, das ist unser Baum, um den kümmern wir uns gemeinsam.“ Das freut auch Wilhelm Meller, Vorsitzender des Trägers, des Vereins Norbert-Gymnasium, und Geschäftsführer und Schulleiter Johannes Gillrath. „Über 60 Prozent unseres Energiebedarfs decken wir durch regenerative Engergien, das wollen wir noch ausbauen“, betont Meller.