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Dormagen: Schlechte Noten für Bahnhof

Dormagen : Schlechte Noten für Bahnhof

Der Dormagener Bahnhof ist in einem katastrophalen Zustand. Das geht aus einem Bericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hervor. Lösungsmöglichkeiten sehen die Verantwortlichen nicht. Schuld sei der Schülerverkehr.

Wenn sich die Mitarbeiter des Bauhofs für ihre Reinigungseinsätze am Bahnhof vorbereiten, müssen sie sich vorkommen wie Sisyphos. Die wenige Tage zuvor gesäuberte Unterführung am Willy-Brandt-Platz ist wieder völlig verdreckt. "Das ist eine Enttäuschung, es gibt dort so viele Mülleimer", sagt Gottfried Koch, Chef der Technischen Betriebe. Vermeiden lasse sich die Verunreinigung nicht. Schuld sei der rege Schülerverkehr.

Dass der Dormagener Bahnhof dreckig ist, geht nun auch aus dem so genannten "Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) 2010" hervor. In allen drei Kategorien "Sauberkeit", "Funktion" und "Graffiti" wird der Aufgang zum Bahnhof mit der Note "nicht akzeptabel" bewertet. Schlechter geht's nicht. Der Bahnsteig selbst, der von der bahneigenen Gesellschaft DB Station & Service AG betreut wird, schneidet immerhin in den Sparten "Sauberkeit" und "Funktion" mit "noch akzeptabel" ab. Der VRR selbst ist für den Zustand der Infrastruktur nicht zuständig. Doch fällt sie auch auf ihn zurück. "Wir führen regelmäßig Gespräche, um auf die Missstände aufmerksam zu machen", sagt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik.

Ein Missstand am Bahnhof Dormagen sind laut VRR-Bericht die Lautsprecherdurchsagen. Nur noch an 22 von 287 Stationen werde die Ankunft des Zuges überhaupt angesagt. Besonders schlechte Werte haben die Bahnhöfe Bochum, Dortmund, Mülheim und –als Schlusslicht – Dormagen erzielt. Nur in 50 Prozent aller Fälle sei überhaupt eine Durchsage erfolgt.

Bahnsprecher Udo Kampschulte hat dafür eine Erklärung: "Die Ansagen werden in Dormagen von einem Fahrdienstleiter getätigt." Der müsse die Ansagen nebenbei machen. Noch in diesem Jahr soll die Station jedoch mit einer EDV-gesteuerten dynamischen Schriftanzeige ausgestattet werden. Klaglos akzeptieren will Kampschulte den VRR-Bericht nicht: "In dem Bericht sind einige Fehler enthalten." Die Bestandsaufnahme sei zudem älter und spiegele nicht den aktuellen Zustand wider. Gegen die Verschmutzung, das sagt auch der Bahnsprecher, sei das Unternehmen machtlos. Die Station Dormagen werde werktäglich gereinigt. Zu verhindern seien Verunreinigung und Vandalismus aufgrund des Schülerverkehrs aber nicht. Kampschulte: "Wir kapitulieren nicht, aber es ist mühsam."

Ähnlich sieht es Gottfried Koch, der seine Hoffnungen in die Zukunft setzt. Nach dem Bahnhofsumbau soll die Reinigung einfacher werden. "Dann wird eine Pumpe installiert, die an den Kanal angeschlossen wird", sagt Koch. Das vereinfacht die Nassreinigung. Durch die größere Treppe und ein Glasdach wird mehr Licht in den Gang fallen. Dreckspatzen müssen sich also beobachtet fühlen.

(NGZ)