Dormagen: Rotarier fördern Ausbildung in Nigeria

Dormagen: Rotarier fördern Ausbildung in Nigeria

Der Rotary Club Dormagen möchte mit Partner-Clubs aus Lagos und den Niederlanden die beruflichen Perspektiven von jungen Menschen in dem afrikanischen Land verbessern. Dafür wurden 40.000 US-Dollar aufgebracht.

Maschinen, die in Deutschland alltäglich und selbstverständlich sind, können in ärmeren Ländern ganze Lebensläufe positiv beeinflussen - und mitunter sogar Leben retten. Weil sie berufliche Perspektiven bieten, was wiederum dazu führen kann, dass der ein oder andere davon absieht, auf oft extrem gefährlichen (See-)Wegen in Europa eine Chance zu suchen. Der Rotary Club Dormagen engagiert sich gemeinsam mit den Rotary-Freunden aus Uden aus den Niederlanden und mit dem Rotary Club Amuwo aus Nigeria für ein Ausbildungszentrum in der nigerianischen Millionenstadt Lagos, das jungen Nigerianern genau eine solche berufliche Perspektive geben soll.

40.000 US-Dollar haben die Service-Organisationen aufgebracht, damit Näh-, Strick- und Stickmaschinen für die Ausbildung nigerianischer Mädchen sowie eine moderne Drehbank für die Ausbildung nigerianischer Jungen in Lagos angeschafft werden können. Gegründet wurde das Ausbildungszentrum mit dem Namen "Eneymaka Ohaneze" von Oliverdom Oguadiuru. Der Pfarrer, der derzeit in Deutschland ist, wollte der Fluchtbewegung aus afrikanischen Ländern etwas entgegensetzen. Während seiner Promotion in Theologie in Deutschland lernte er an einer Pfarre in Mönchengladbach-Giesenkirchen Klaus Schippers vom Rotary Club Dormagen kennen. Der Pensionär hatte sein Büro früher in Dormagen.

Durch den Kontakt reifte bei den Rotariern der Entschluss, Oguadiurus Initiative zu unterstützen. Das Ausbildungszentrum wurde im Oktober 2017 eröffnet. Doch es fehlten noch Teile der Ausrüstung mit Maschinen. Die konnten dank des Einsatzes der Rotary-Clubs nun gekauft werden. Und Schippers ist als Foundationsbeauftragter bei den Dormagener Rotariern für ein solches internationales Projekt zuständig.

Eine staatliche Zertifizierung als offizielle Ausbildungsstätte sei bereits beantragt, berichtet der Rotary Club Dormagen. Freiwillige aus Deutschland würden beim Aufbau des Betriebes helfen und nigerianische Kräfte schulen, die in Zukunft die Ausbildung der Jungen und Mädchen übernehmen sollen.

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"Wir haben auch schon eine Schule in Zimbabwe mit Schulbüchern ausgestattet", erzählt Klaus Schippers. Geplant sei auch, ein Waisenhaus in Peru zu unterstützen. In dem Land engagiert sich der frühere Dormagener Chemparkleiter Walter Leidinger.

Doch auch lokale Projekte in Dormagen werden vom Rotary-Club gefördert. So gibt es im Rahmen der Aktion "Lesen lernen heißt Leben lernen" alle zwei Jahre Bücher für die örtlichen Grundschulen. Auch der evangelischen Kirche waren die Rotarier in der Vergangenheit schon behilflich - bei der Anschaffung einer Orgel.

Der Rotary Club Dormagen existiert bereits seit mehr als 40 Jahren. Die Service-Organisation in der Chemiestadt ist ein gemischter Verein mit Männern und Frauen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1000 Rotary Clubs mit weit über 53.000 Mitgliedern. Weltweit sind es rund 34.000 Rotary Clubs.

(ssc)