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Dormagen: Tierheim will neue Einnahmequellen erschließen

Dormagen-Hackenbroich : Tierheim will seine Einnahmen steigern

Unter anderem sollen mehr Pensionstiere untergebracht werden, erzählt Babette Terveer vom Tierschutzverein.

Frau Terveer, 2018 war aufgrund des schweren Wasserschadens im Sommer ein schwieriges Jahr für das Tierheim Dormagen. Wie schätzen Sie als Vorsitzende des Tierschutzvereins, der die Einrichtung trägt, die aktuelle Situation ein?

Babette Terveer Die Sanierungsarbeiten sind zu 99 Prozent abgeschlossen, so kommen wir gut über den Winter. Dank der tollen Hilfe von Ehrenamtlern sieht es nun insgesamt sogar schöner aus als vor dem Wasserschaden. Das Unternehmen Ineos hat uns sogar noch zu Heizungsabdeckungen verholfen. Nur an der Elektrik hapert es noch ein wenig. Wir hatten einen Elektriker an der Hand, der uns helfen wollte, aber unglücklicherweise sind seine Kontaktdaten verloren gegangen. Ich hoffe, er meldet sich nochmal.

Können Sie den Gegenwert der ehrenamtlichen Arbeit im Zusammenhang mit den Instandsetzungen beziffern?

Terveer Die Ersparnis für uns dürfte etwa 15.000 bis 20.000 Euro betragen. Wenn man dann noch die vielen Spenden und die 10.000 Euro dazu rechnet, die uns von der Stadt Dormagen zugesagt worden sind, liegen wir bei 40.000 bis 45.000 Euro. Ich möchte allen, die sich beteiligt haben, ausdrücklich danken. Jeder Cent hat uns geholfen.

Nichtsdestotrotz braucht der Tierschutzverein unabhängig von der Reparatur des Wasserschadens konstant Einnahmen, um den Betrieb zu finanzieren...

Terveer Wir müssen im Schnitt in jedem Jahr mindestens 80.000 Euro zusätzlich reinholen. Zurzeit arbeiten wir an einem Konzept, mit dessen Hilfe wir mehr Einnahmen generieren möchten.

Können Sie das präzisieren?

Terveer Ein Ansatz ist, das Tierheim auf dem bestehenden Gelände zu erweitern. Wir hätten dann mehr Platz, um Pensionstiere aufzunehmen, was zusätzliches Geld einbringen würde. Ähnliches würde für den Bereich Resozialisierung von Hunden und Ausbau der Hundeschul-Aktivitäten bei uns im Tierheim gelten. Darüber hinaus haben wir drei unserer Mitarbeiter für eine Ausbildung als Tierschutzlehrer vorgesehen.

Was hat es damit auf sich?

Terveer Tierschutzlehrer können zu Tierschutzprojekten in Schulen, Kindergärten, Jugendhäusern etc. gehen und zum Beispiel Kindern dabei helfen, den Hundeführerschein zu machen. Dafür könnten wir eine Aufwandsentschädigung bekommen. Denkbar wären auch Seminare, die wir im Tierheim anbieten, auch für Erwachsene. Wir wollen es ermöglichen, dass interessierte Hundehalter bei uns im Tierheim den Sachkundenachweis erlangen können.

Weg von den Finanzen: Bald startet das Tierheim ein neues Projekt...

Terveer Ja, es nennt sich ‚Senioren für Senioren’. Beginnen wollen wir damit im Januar. Dahinter steckt die Idee, dass ältere Menschen ältere Hunde bei sich aufnehmen. Es geht dabei um Tiere ab einem Alter von zehn Jahren aufwärts. Das hätte für beide Seiten Vorteile. Denn Senioren, die gerne einen Hund adoptieren würden, wird dies oft aufgrund ihres Alters verweigert. Denn was wird mit dem Tier, wenn der Mensch stirbt? Dadurch, dass wir Senioren gezielt mit älteren Hunden zusammenbringen, können wir auch Vierbeiner unterbringen, die sonst schwieriger zu vermitteln sind. Das könnte dann zu Kombinationen führen etwa wie ‚gehbehinderter Senior und Hund mit Arthrose’.

Welche Voraussetzungen sollten denn Ältere mitbringen, die sich für dieses Modell erwärmen können?

Terveer Sie sollten geistig fit sein und sich noch selbst versorgen können. Körperliche Handicaps sind kein Ausschlusskriterium. Die Tierarztkosten müssten vom neuen Halter übernommen werden. Wichtig wäre auch, dass es im Umfeld des betreffenden Seniors oder der betreffenden Seniorin eine zuverlässige Kontaktperson gibt, die in Notfällen erreichbar wäre. Wir vom Tierheim freuen uns auch über jede Spende für dieses Projekt, denn fürs Impfen und Chippen der Hunde fallen immer Kosten an.