Dormagen: Ausstellung Erika Jörgenshaus in der Glasgalerie

Ausstellung in Dormagen : Bunte Bilder erzeugen gute Laune

In der Glasgalerie im Kulturhaus sind Werke von Erika Jörgenshaus zu sehen.

Der Anblick der vergnügt wiederkäuenden Kühe lässt den Betrachter ebenso schmunzeln wie der der leckeren, tanzenden Torten, die Genuss versprechen: Die bunten Bilder der Künstlerin Erika Jörgenshaus, die noch bis 7. November in der Glasgalerie Dormagen zu sehen sind, machen einfach gute Laune. Die 90 Werke sind auf drei Etagen im Kulturhaus an der Langemarkstraße verteilt, so dass sich ein ausführlicher Besuch der Ausstellung „Lichtblicke“ lohnt. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 9 bis 21 Uhr (während der Herbstferien nur bis 16 Uhr).

Die Kaarster Künstlerin, die Mitglied in der Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen in Knechtsteden ist, konnte zur gut besuchten Ausstellungseröffnung in der Glasgalerie auch zahlreiche Gäste aus ihrer Heimatstadt begrüßen. Wie Kunsthistorikerin Anneliese vom Scheidt sagte, könne „eine Begegnung oder ein positives Ereignis in einer weniger guten Zeit ein Lichtblick sein“: Die Freude der Künstlerin über alltägliche Kleinigkeiten, beispielsweise ein Stück Torte, sei den Personen in den Bildern anzusehen. Die „Bilder mit Humor“ erzählen Geschichten, die die Betrachter ansprechen, sie neugierig machen – und ihnen ein Lächeln entlocken. So über die Dame im Abendkleid, die hinter dem Rücken ein Nudelholz versteckt – Titel des Bildes: „Komm Du mir nach Hause“. Damit spielt die Künstlerin mit Rollen-Klischees, wie sie das Thema „Frau sein“ aufgreift und weibliche Attribute überzeichnet.

Aber es gibt auch Abstraktes zu sehen: Erika Jörgenshaus sei eine Künstlerin, die auf der ständigen Suche nach Transformation sei: „Auf der Suche nach Möglichkeiten, das Erlebte, Gesehene und Gefundene neu zu gestalten“, wie Anneliese vom Scheidt erklärte: „Dabei setzt sie konsequent auf ihre eigene Formensprache, lässt Botschaften und Stimmungen, Menschen und Medien, Natur und Umwelt in ihre Bildkompositionen einfließen.“ Pflanzenformen wandeln sich in immer abstraktere Formen: „Wachsen, Werden, Vergehen und Bewegung bleiben spürbar“, so die Kunsthistorikerin.

Was Bürgermeister Erik Lierenfeld in seiner Rede hervorhob, war der „genaue Blick auf unsere Umwelt“, den Erika Jörgenshaus als ehemalige Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin mitbringe: Diese Beobachtung werde beim Malen in eine „eigene ästhetische Sprache übersetzt“, so Lierenfeld. Durch das Brechen des Vertrauten werde es aus seinem eigentlichen Kontext herausgelöst: „So entstehen Ebenen, so mischen sich Stile, Themen und Temperamente“, wies er darauf hin, dass es „einem niemals langweilig mit Ihrer Kunst“ werde.

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