Der Katzenkrimi: Konzert an St. Pankratius in Nievenheim

Konzert in Nievenheim : Nach dem „Katzenkrimi“ zur Orgelbesichtigung

Kommissar Rattratt steht vor einem denkbar schwierigen Fall. Ein herrenloser Mäuseschwanz deutet auf einen Mord hin – das Opfer wurde scheinbar mit Haut und Haar verschluckt. Lediglich der Schwanz zeugt noch von der grauenvollen Tat.

Die Umstände sind vertrackt. Da gibt es zum Beispiel das Schloss des Zauberers Singsing, eine Hochzeitsfeier bei der eine Prinzessin vermählt werden soll – und eine heiße Spur: ein Kater mit Stiefeln. Wird Rattratt diesen komplizierten Fall mit all’ seinen Rätseln lösen können?

So setzt Christiane Michel-Ostertuns Katzenkrimi mit Musik an, der schließlich nach erfolgreicher Täterjagd in einer Nacherzählung von Grimms Gestiefeltem Kater münden wird. Mit einem Text von Bärbel Mayer. Aber die Kriminalgeschichte für Kinder nimmt sich viel Zeit, bis sie wirklich an Fahrt aufnimmt, und das Sujet des Gestiefelten Katers drängt sich verdichtet nur im Finale. Das Einmann- bzw. Einfraustück, wie in diesem Fall in St. Pankratius in Nievenheim, hat aber auch eine musikalische Dimension. Die Orgel dient hier als stimmungsvolle Untermalung. Programmatisch skizziert sie die Geschichte mit Klängen, die einem allerdings nicht selten sehr bekannt vorkommen.

Das bunt gemischte Publikum horcht immer wieder auf. Die Melodie hat man doch schon mal gehört? Aber eben nur fast. Mal klingt das, was Michel-Ostertun musikalisch zusammengetragen hat, nach „Pink Panther“, mal nach postmoderner Kirchenmusik oder auch ein wenig nach Stummfilmmusik. An der Orgel sitzt Kantor Bert Schmitz und hat für jede Stimmung einen passenden klanglichen Kommentar parat, wenngleich Michel-Ostertuns Musik sich leider dann oft doch etwas zu eindimensional ausmacht. Trotzdem gelingt es Hilde Brautmeier, Lehrerin an der Salvatorgrundschule, als Sprecherin, die Geschichte doch recht charmant zum Leben zu erwecken.

Und das halbszenische Orgelkonzert in der Reihe „Im Schatten von St. Pankratius" hatte im Nachgang noch mehr zu bieten. Denn Bert Schmitz lud nach dem „Katzenkrimi“ alle Kinder und jene, die darüber hinaus noch Interesse hatten, auf die Orgelempore ein. Dort konnten sich die Besucher die Orgel von St. Pankratius einmal aus der Nähe anschauen. Eine kleine Orgelvorführung, bei der Kantor Schmitz das Instrument geduldig erklärte und sogar ein Blick in die Orgel selbst gestattet war. Und das war eindeutig der heimliche Höhepunkt des somit auch musikpädagogisch wertvollen Abends.

Mehr von RP ONLINE