Die Beatles-Coverband "Rubber Soul" trat in der Kulturkirche in Dormagen auf.

Konzert in Dormagen: Coverband „Rubber Soul“ bringt die Beatles-Fans zum Tanzen

Auf 256 Songs haben es die „Beatles“ gebracht. Mit 45 davon war diese vierköpfige Wermelskirchener Coverband ganz dicht am Original: „Rubbersoul“ gelang in der aus vollem Hals einstimmenden Kulturkirche am besten das legendäre „Yeah, yeah, yeah“.

Vor allem mit der glaubwürdigen Versicherung: „She loves you.“

Beim bunt gemischten Publikum hatten an diesem Abend die reiferen Jahrgänge das Sagen beim Mitsingen. Sobald die ersten Akkorde auf den Gitarren gezupft oder geschlagen wurden, spitzten sich die Lippen der Beatles-Fans, und dann sangen sie von Anfang bis Ende lautstark mit. „Uns fällt auf“, ergänzte Rhythmus-Gitarrist Herri Scherkenbach, „dass immer mehr Jugendliche zu unseren Konzerten kommen.“ Das ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Musik der Pilzköpfe längst zeitlos-klassischen Status besitzt und heute wie damals sofort ins Blut geht.

Mit von der Partie waren Lead-Gitarrist Toto Löhnert, Jürgen Lenkeit am Bass und Bernd Alsdorf, Drums. Startend mit den frühen Anfängen der Beatles in Hamburg, bot die Band fast alles auf, was danach kam. Natürlich durften die großen Hits nicht fehlen, aber wo liegt bei den einfallsreichen Beatles schon der Unterschied? Rhythmen, Melodien, Texte und Arrangements sind durchgängig originell. Sie gaben damals die Richtung des Pop vor und klingen heute frisch und unverbraucht wie am ersten Tag. Die wöchentliche Hitparade ohne Beatles-Song war in den 1960ern undenkbar.

  • Wülfrath : "Rubber Souls" im Würg: Yeah, yeah, yeeeahhh!

Davon zitiert die Coverband Rubbersoul, benannt nach dem sechsten Album ihres Vorbilds, geradezu Beatles-identisch. Die meist zweiminütigen Songs sind etwas für Ohren und Augen. Bunte Strahler und Rauchschwaden schufen das nötige Ambiente. Die Erinnerung stellte sich auf der Stelle ein, und spontan wurde im Gemeindesaal wild getanzt. „It´s been a hard days night“ ist der erste Song, den die Vier vortrugen, wobei die im schwarzen Anzug mit Schlips und Kragen besungenen Arbeitsmühen nicht so ganz überzeugend wirkten. Macht nichts. „Please, please me“ haut dafür richtig rein. „Oh, what can I do?“ kam im Dreiviertel-Takt daher, und bei „Mister Postman“ kochte der Saal.

So mögen die Fans an diesem Abend heiser geworden sein, denn mit zunehmender Konzertdauer wuchs die Band auf gut 150 Chorsänger an. „Close your eyes, and I kiss you“ wurde ebenso beim Wort genommen, wie „Do I need your love?” auf der Stelle beantwortet wurde. „Wollt Ihr eine Prise Rock-n-Roll?“, rief der rasterlockige Lead-Gitarrist Toto Löhnert in die Menge und erhielt als Antwort ein dröhnendes „Jaaa“. Ein ungestümes „Roll over Beethoven“ schloss sich an. Und dann die Überraschung, nämlich Deutsches: „In Deinen Armen bin ich glucklich und froh.“ Das „u“ kam dabei originalgetreu ohne Pünktchen über.

Mehr von RP ONLINE