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Klimabündnis Kreis Wesel: Voerde übernimmt den Vorsitz

Eine Herausforderung : Voerde tritt Vorsitz im Klimabündnis an

Die Kommunen des Kreises Wesel arbeiten seit 2010 in einem gemeinsamen Bündnis für den Klimaschutz. In diesem Jahr wird die Stadt Voerde vorangehen und löst damit die Gemeinde Sonsbeck ab. Die Herausforderungen sind groß.

Der „Staffelstab“, von dem Wesels Kreisdirektor Ralf Berensmeier sprach, war diesmal ein Plakat. Der symbolischen Übergabe des Vorsitzes im Klimabündnis des Kreises Wesel tat dies aber keinen Abbruch. Die Stadt Voerde löst damit die Gemeinde Sonsbeck ab, die im vergangenen Jahr dem Bündnis vorgestanden hatte. „Wir gehen mit diesem Bündnis nun schon in das zwölfte Jahr. Man kann also schon von einer kleinen Erfolgsgeschichte sprechen“, sagte Berensmeier.

Wie brisant das Thema Klima ist, darauf wies der Kreisdirektor ebenfalls hin, ließe sich aktuell sehr gut an den Preistafeln der Tankstellen ablesen, wo die Benzinpreise derzeit in nie dagewesene, astronomische Höhen schießen. „Das muss uns zum einen sicherlich hinsichtlich der Abhängigkeit Deutschlands zum Nachdenken bringen. Zum anderen müssen wir aber auch generell über die Vergänglichkeit der fossilen Brennstoffe nachdenken“, sagte Berensmeier.

Um so wichtiger sei es, so der Kreisdirektor weiter, dass es ein solches Klimabündnis in einem so großen Kreis wie Wesel gebe. „Nur gemeinsam funktioniert es. Klimaschutz darf nicht an der Grenze einzelner Kommunen enden.“ Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt war eigens nach Voerde gekommen, um das „spannende Jahr“, das seine Gemeinde als vorsitzende Kommune erlebt hatte, ein wenig Revue passieren zu lassen. „Klimaanpassung und Klimaschutz sind elementare Themen. Und dieses Bündnis schafft wichtige Synergien“, sagte er. Dass viele Themen aufgrund der Corona-Pandemie nur digital beleuchtet werden konnten, stellte eine zusätzliche Herausforderung dar.

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Schmidt strich außerdem heraus, dass sich das Bewusstsein der Menschen für das Klima merklich geändert hätte. Über die Installation eines Klimaschutzmanagers in den einzelnen Kommunen schüttelt mittlerweile niemand mehr den Kopf. Kinder und Jugendliche wachsen heute mit einem ganz anderen Bewusstsein für das Klima auf. „Kinder müssen vielleicht noch sachlich aufgeklärt werden. Aber der Rest kommt von ihnen ganz allein“, so Schmidt.

Nicole Johann, Erste Beigeordnete der Stadt Voerde, freut sich auf die Herausforderung, die nun vor der Stadt liegt. Sie sagte allerdings auch: „Wir müssen zwar heute keine Bretter mehr bohren, wenn es um die Akzeptanz für den Klimaschutz geht. Doch wir müssen sehen, dass wir es auch umgesetzt bekommen.“ Nicole Johann schaute auch schon ein wenig voraus, welche Themen in Angriff genommen werden sollen.

Das energieeffiziente Sanieren von Gebäuden steht beispielsweise ganz oben auf der Liste, wobei Johann darauf hinwies, dass „uns dieses Thema noch lange begleiten wird“. Nicht weniger bedeutend ist das Thema klimafreundliche Mobilität, das weiter begleitet werden soll. Da passt es ganz gut, dass es in Voerde wieder das „Stadtradeln“ geben wird, bei dem zwischen dem 8. und 28. Mai viele klimafreundliche Radkilometer gesammelt werden können. „Eine Aktion, die viele Menschen unterschiedlichen Alters einbinden wird“, so Nicole Johann. Radverkehrskonzept, Mobilitätskonzept, Wirtschaftswegekonzept waren weitere Schlagworte, die die Erste Beigeordnete nannte. 

Weitere Informationen zum Klimabündnis gibt‘s auf der städtischen Homepage unter www.voerde.de/klimaschutz.