Kritik an Tradition: St. Martin abschaffen? Das sagen die Leser

Kritik an Tradition : St. Martin abschaffen? Das sagen die Leser

"Sonne-Mond-und-Sterne-Fest" statt Martinszug. Mit dieser Idee erregt Rüdiger Sagel, Vorsitzender der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen, die Gemüter. Das sagen unsere Leser zu der Idee, den Heiligen "abzuschaffen":

"Sonne-Mond-und-Sterne-Fest" statt Martinszug. Mit dieser Idee erregt Rüdiger Sagel, Vorsitzender der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen, die Gemüter. Das sagen unsere Leser zu der Idee, den Heiligen "abzuschaffen":

Werteverlust

Da die Linkspartei immer mehr an Bedeutung verliert und ihr die Wähler abhanden kommen, greift sie nun zu so weltbewegenden Themen wie die Abschaffung des Martinfestes und will es durch ein Sonne-Mond- und-Sternenfest ersetzen. Ganz im Sinne der früheren DDR-Größen, die schon den Weihnachtsengel als "Gefiederte Jahresendfigur" propagierten, könnte man ja noch die Jugendweihe einführen, damit die unverbesserlichen Genossen weiter in rosaroter Erinnerung schwelgen können. Was für die Grünen der Veggie-Day, könnte für die Linken ein (Honecker) Hony-Day werden, dann wäre ihr Glück vollkommen.

Erich Krappen, 41844 Wegberg

Es geht ums Teilen

Ich heiße Martin. Und Sankt Martin ist ein christliches Fest. Aber der Hintergrund ist weltlich: Teilen mit den Armen. Das sollte jeder können. Und oftmals geht es nicht nur um das materielle Teilen. Auch das Teilen von Sorgen und Gedanken ist gemeint. Das Füreinander-Da-Sein in einer Zeit, wo immer mehr Spannungen entstehen und Menschen das Wir verlernt haben zu leben und außer ihrem Ego nichts kennen. Bereits Kinder und gerade Kinder sollten die Bedeutung des Teilens verinnerlichen können. Es hat nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Nächstenliebe. Und Teilen verbindet, weltweit. Sankt Martin - dieses Fest muss bleiben.

Martin Gutsch, 41564 Kaarst

Beliebigkeit

Auf Antrag werden bereits Kreuze in Schulklassen abgehängt, und nun soll es keine Fackelwanderungen mit Sankt Martin mehr geben, die Generationen kleiner Kinder erfreut haben?

Was möchte die Linke als Nächstes: Jugendweihe statt Kommunion/Konfirmation, junge Pioniere statt Pfadfinder? Was lassen wir noch wegfallen? Kirchliche Trauungen, Namenstage? Weihnachten wird zum Lichterfest, Ostern zum Frühlingserwachen? Geht noch mehr an Beliebigkeit und ängstlichem Bedachtsein, es jeder Minderheit in unserem Land Recht zu machen?

In diesem Deutschland möchte ich nicht leben, in einem, in dem mir Minderheiten vorschreiben, wie ich zu leben habe, aber auch nicht.

Fred Willemsen, per Mail

Unerträglich

Das immer wechselnde Gegreine der selbst ernannten Gutmenschen ist zunehmend unerträglich. Sicher sollen wir bald nicht mehr mit der linken Hand essen, weil diese irgendwo als unrein gilt . . .

Ulrich Münz, 41366 Schwalmtal

Tradition

Ich bin fassungslos, wie viel Blödsinn einigen Leuten einfällt. Wenn jemandem unsere christlichen Traditionen nicht gefallen sollten, braucht er ja nicht daran teilzunehmen. Soweit ich mich erinnere, sind unsere muslimischen Mitbürger freiwillig in unsere christlich geprägte Gesellschaft eingewandert und wussten vorher, dass die Traditionen christlich geprägt sind.

Frank Knist, 47626 Kevelaer

Kommunismus

Ich kann nur hoffen, dass diesem Land niemals eine rot-rot-grüne Regierung passiert, denn dann haben wir die Wahl zwischen Kommunismus oder islamischer Bruderschaft.

Monika Zollinger, 47661 Issum

Kennenlernen

Integration, Multikulturalität, das ist es doch, was gefordert wird und gefördert werden soll. Wieso soll mein Kind nicht etwas über den Glauben und die Glaubensfeste anderer Religionen lernen? Wieso nicht im Kindergarten auch das Opferfest thematisieren, anstatt einfach gar nichts mehr zu feiern? Wer sein Kind in einem deutschen Kindergarten freiwillig betreuen lässt, der muss damit rechnen, dass deutsches Brauchtum, Religion und Kultur vermittelt und zelebriert werden.

Anja Cüppers, 41068 Mönchengladbach

Gemeinsam feiern

Ich arbeite seit Jahren in einem Multikulti-Kindergarten, und wir sind noch nie von Eltern zu den traditionellen Festen kritisiert worden! Jede Religion teilt nämlich vom Grundgedanken die gleichen Werte, wie den Armen geben, sich um die Schwachen kümmern! Die Kinder erzählen gerade bei solchen Anlässen von ihren eigenen Festen und Traditionen. Wenn ich in ein anderes Land auswandere, weiß ich doch um die Unterschiede! Wer wandert denn nach Brasilien aus, um den Karneval abzuschaffen, oder Lichtmess in Schweden? Wir sollten keine Feste abschaffen, sondern alle zum Mitfeiern einladen!

Dorte Maus, 47918 Tönisvorst

Für alle Gläubigen

Ich empfehle der Linken die Lektüre der Verfassung unseres Landes NRW! In Artikel 7(1) heißt es: "Die Ehrfurcht vor Gott, Achtung der Würde des Menschen und Bereitschaft zu sozialem Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung." In Zeiten von Flüchtlingsdramen wie zum Beispiel in Syrien oder an der italienischen Küste ist Sankt Martin ein Paradebeispiel für tatkräftige Hilfe und aktuell für Menschen egal welchen Glaubens. Um Gemeinschaft in unserer Gesellschaft zu fördern, sollten wir Gemeinsamkeiten benennen. Wohltätigkeit für die Armen ist eine der fünf Säulen des Islam. Eine Pflicht, die zu den Grundlagen dieser Religion gehört. Die Forderung der Linken ist in meinen Augen blanke Provokation und schürt den Fremdenhass!

Ulrike Quack, 41063 Mönchengladbach

Wie in der DDR

Das war ja wieder mal überfällig, dass die Linkspartei erneut versucht, ein christliches Fest auszuhebeln. Vergessen wir dabei nicht, wo die Linke ihre Wurzeln hat, nämlich in der antireligiösen "Kultur" eines Unrechtsstaates. "Sonne-Mond-und-Sterne-Fest", das klingt nach "Jugendweihe" und anderen Ersatznamen, die in der DDR erfunden wurden, um Christliches aus dem Alltag zu verdrängen.

Ausgerechnet die Muslime als Argument gegen ein Fest heranzuziehen, dessen Anlass ein Akt der Barmherzigkeit und Nächstenliebe war, ist allerdings ein peinlicher Missgriff. Muslime kennen Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Sozialverhalten ebenso wie Christen, es ist auch für sie ein zentrales Gebot.

Michael Schwenck, 51381 Leverkusen

Namenswahnsinn

Herr Sagel, Sie kleiner Schelm! Schaffen wir doch auch gleich Ostern ab und nennen es "Eier-Such-Fest". Weihnachten wird das "Geschmückter-Tannenbaum-Fest mit Jahresendzeitfigur". Den Nikolaus können wir lassen, der kommt ja aus der heutigen Türkei. Pfingsten wird das "Oh-Herr-Lass-Hirn-Auf-Herrn-Sagel-Regnen-Fest". Herr Sagel, Sie sind unsäglich!

Else Schrammen, Wegberg

Aprilscherz?

Haben wir schon den 1. April? Beim Lesen des Artikels "Linkspartei fordert Aus für Sankt Martin" glaubte ich zuerst an einen Aprilscherz. Das ist ja wohl das Allerletzte! Ich schätze mich selbst als liberal und tolerant ein. Aber diese Meldung hat mich wahnsinnig geärgert. Erst die Kreuze raus aus öffentlichen Gebäuden wie Schulen, dann in Fußgängerzonen keine Weihnachtsbeleuchtung mit christlichen Symbolen mehr, und jetzt soll Schluss sein mit dem Martinsumzug? Unsere auf christlicher Kultur basierende Gesellschaft kann sich dieses Verwässern ihrer Werte auf Dauer nicht leisten und sollte sich das auch nicht gefallen lassen.

Heinz-Josef Boos, 47608 Geldern

Identifikationsfigur

Heute war ich geschockt: Die Linkspartei fordert die Abschaffung des Martinsfests. Ich bin der Meinung, dass man tatsächlich nicht immer seine eigene Tradition und auch Religion negieren sollte, um anderen Glaubensgemeinschaften entgegen zu kommen.

Ich arbeite an einer Förderschule, und wir haben jährlich einen kleinen Martinsmarkt mit einem Rollenspiel der Martinsgeschichte, die unsere kleinen Schüler und Schülerinnen vorführen. Alle Kinder, auch die muslimischen, haben dabei immer sehr viel Freude. Gerade im Islam hat das Spenden und Teilen mit den Armen eine sehr große Bedeutung. Für Kinder ist es wichtig, sich tatsächlich mit einer Figur identifizieren zu können, um den Inhalt besser zu verstehen.

Beate Eißing, 47877 Willich

Eigene Feste

Da sind sie wieder aktiv, die Korrektsprech-Fanatiker! Das ist also Integration, wenn das Zufluchtsland sich abmüht, die eigenen Traditionen weltanschaulich zu neutralisieren, damit kein Migrant daran Anstoß nehmen kann? Wieso darf bei uns nicht jeder nach seiner Facon selig werden und seine eigenen Feste feiern, die Einheimischen und die Zugereisten? Es ist nicht die Gleichheit, die das Leben bunt macht, es sind die Unterschiede. Dafür fehlt der Linkspartei gänzlich der Sinn!

Dr. Regina Hastenteufel, 40227 Düsseldorf

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