Voerde: Betuwe: Bürger müssen aktiv werden

Voerde : Betuwe: Bürger müssen aktiv werden

Stadt und Initiative hoffen bei der Planfeststellung für die Strecke in Friedrichsfeld auf zahlreiche Einwendungen.

Zur Informationsveranstaltung über den Ausbau der Bahnstrecke in Friedrichsfeld hatte die Bürgerinitiative "Betuwe — So nicht" in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Dort sprach Heinz Markert, der Vorsitzende der Bürgerinitiative, einige deutliche Worte zu den bisherigen Plänen der Bahn: "Da geht es nicht um das Wohl der Bürger, sondern um die Finanzen der Bahn und einen möglichst hohen Profit." Er warb dafür, dass die Bürger möglichst viele Einwendungen schreiben, um die bisherige Planung der Strecke zu kritisieren. "Wer keine Einwendung macht, ist am Ende außen vor", erklärte er.

Das betonte auch Bürgermeister Leonhard Spitzer. "Wir versuchen gemeinsam mit der Bürgerinitiative, das Beste für die Voerder herauszuholen", sagte er. "Dafür brauchen wir allerdings einen breiten Schulterschluss." Den dürfte es auch bei den Bürgern geben, wenn es um einige gestalterische Aspekte der neuen Bahnstrecke geht. Da in Friedrichsfeld die Kanalbrücke angehoben wird, muss die Strecke im Voerder Stadtteil komplett neu gebaut werden. Für die Bahn kein Grund, hier maßgeblich etwas in Sachen Erschütterungsschutz zu tun. Auch der umgestaltete Bahnhof könnte — von drei Meter hohen, undurchsichtigen Lärmschutzwänden umringt — zum Angstraum werden. Außerdem wird es hier durch den Wegfall des Tunnels nötig, vom Parkplatz des Bahnhofs aus durch die Unterführung an der Poststraße zu laufen, wenn man zum Gleis in Richtung Oberhausen möchte.

"Es kann nicht sein, dass man einen Bahnhof zumauert", sagte der Voerder Planungsamtsleiter Hans-Martin Seydel, der den Bürgern die bisherigen Pläne der Deutschen Bahn präsentierte. Dabei betonte er, dass jeder genau schauen sollte, wie sein Gebäude in den Plänen auftaucht. "Wir hatten schon einige Fälle, bei denen in den Plänen ganze Stockwerke fehlten", so Seydel.

Bisher hielt sich das Interesse an den Planungsunterlagen, die bereits seit zwei Wochen im Voerder Rathaus ausliegen, in Grenzen. Gegen den Bauabschnitt der Stecke, der durch den Stadtkern führt, gingen rund 1000 Einwendungen ein. Stadt und Bürgerinitiative hoffen darauf, dass es ähnlich viele Einwendungen gegen die Planungen in Friedrichsfeld geben wird.

Bis zum 21. November liegen die Pläne im Rathaus aus. Einwendungen können bis zum 5. Dezember gemacht werden.

(fla)