Landtag Nordrhein-Westfalen: Jäger demonstrieren gegen Jagdgesetz

Proteste vor dem Landtag : Jäger fühlen sich vom Land verschaukelt

Tausende Jäger haben am Mittwoch in Düsseldorf gegen das neue NRW-Jagdgesetz demonstriert. Sie fühlen sich vom Land verschaukelt. Nun ist es an der Politik, einen Ausweg zu finden.

Einmal mehr wird sich auch in NRW das "Strucksche Gesetz" bewahrheiten. Der früheren Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, hatte festgestellt, dass kein Gesetzentwurf das Parlament so verlässt, wie er dort hineingekommen ist.

Diese Erfahrung werden jetzt auch die Urheber des umstrittenen neuen Jagdrechts — allen voran der grüne Umweltminister Johannes Remmel — machen müssen. Die SPD hat bereits Bereitschaft zum Nachbessern signalisiert, doch den Jägern geht das nicht weit genug. Sie haben einen üppigen Änderungskatalog aufgestellt. Dazu gehört auch die Forderung, weiterhin streunende Katzen abschießen zu dürfen.

Am Ende mag dabei ein Kompromiss zwischen dem Ziel von Rot-Grün, ein nachhaltiges Jagdgesetz zu schaffen, und dem Anspruch der Jäger, als Tierschützer ernst genommen zu werden, herauskommen. Doch die Verwundung sitzt tief. Die Jäger fühlen sich vom Land verschaukelt. Sie sähen sich mit Restriktionen konfrontiert, die bei den gemeinsamen Beratungen kein Thema gewesen seien, sagen sie. Remmel hält den Protest, der am Mittwoch tausende Mitstreiter vor den Landtag zog, wohl für überzogen, aber er muss einen konstruktiven Ausweg weisen.

(hüw)
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