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Kreis Viersen: Jäger protestieren gegen neues Gesetz

Kreis Viersen : Jäger protestieren gegen neues Gesetz

Die Novellierung des Landesjagdgesetzes stößt auf einhellige Ablehnung. Unterstützung bekommen die Jäger von CDU und FDP. SPD und Grüne hingegen betonen die Notwendigkeit des Tierschutzes.

Die Novellierung des Landesjagdgesetzes NRW mobilisiert die Jäger aus dem Kreis Viersen und der Stadt Krefeld. Die beiden Kreisjägerschaften hatten vor der Großdemonstration des Landesjagdverbandes am morgigen Mittwoch in Düsseldorf in die Albert-Mooren-Halle nach Oedt zu einer Lokalkonferenz eingeladen. Rund 300 Jäger waren der Einladung gefolgt. Die teilnehmenden Landtagsabgeordneten Martina Maaßen (Grüne), Hans-Willi Körfges (SPD), Stefan Berger, Marcus Optendrenk (CDU) und Dietmar Brockes (FDP) mühten sich redlich. Sie sind allesamt aber keine Fachleute. Deutlich wurden jedoch die Gegensätze zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb.

Beifall von Seiten der Jägerschaft gab es fast ausschließlich für die Opposition, die sich voll und ganz auf die Seite der Jägerschaft stellte und keine Notwendigkeit sieht, das Gesetz zu ändern. Das sehen Umweltschutz- und Tierschutzverbände völlig anders, die seit geraumer Zeit ein ökologisches Jagdgesetz, eine zügige Novellierung und mehr Tierschutz fordern.

Hans-Jürgen Thies, Justitiar des Landesjagdverbandes, stellte einleitend fest, dass die Pläne für die Novellierung die Jägerschaft bedrücken: "Der geplante Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten und eine Reduzierung der Jagdzeiten ist ein maßloser und verfassungswidriger Angriff auf die Eigentums- und Handlungsfreiheit." Man missachte die Hegeleistungen der Jäger. Martina Maaßen stellte fest, dass es unterschiedliche Rechtsauffassungen gebe: "99 Prozent der Jagdstrecken bleiben doch erhalten."

Hans-Willi Körfges berichtete, dass in seiner Fraktion die Beratungen noch nicht abgeschlossen seien. Er machte aber deutlich, dass der Tierschutz zu beachten sei. Stefan Berger brach eine Lanze für die Jäger: "Das geplante neue Gesetz ist eine rot-grüne Philosophie. Es ist jedoch die falsche Philosophie." Für Berger gibt es keinen ersichtlichen Grund, die jagdbaren Tiere zu reduzieren. Dietmar Brockes bescheinigte den Jägern, dass ihr Hobby von Sachverstand geprägt sei.

Marcus Optendrenk betrachtet die Führung eines jährlichen Schießnachweises als Misstrauen gegen die Jägerschaft. Nach Ansicht des Landesjagdverbandes belastet das geplante Verbot der Baujagd auf den Fuchs die ohnehin gefährdeten Tierarten weiter, gerade in den Niederwildgebieten am Niederrhein. Maaßen erwiderte: "Der Tierschutz muss Vorrang haben." Die SPD will über die Bejagung von Füchsen noch einmal nachdenken. Brockes hält die Baujagd für unerlässlich.

Von einem heiklen Thema sprach Thies beim generellen Tötungsverbot für wildernde Katzen, ohne dass mildere Alternativen eingeführt werden: "Wir haben in NRW ein Katzenproblem." Das geplante Verbot der Lockjagd auf Rabenkrähen außerhalb der Einzeljagd führt nach Ansicht des Landesjagdverbandes zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft. Noch einen "großen Knackpunkt" thematisierte Thies.

Es ist der geplante Eingriff bei der Jagd in Schutzgebieten. Nach Aussage von Thies sind "20 Prozent der heutigen Jagdfläche in NRW gefährdet". Maaßen erwiderte: "Wir müssen zu einer Kompromisslösung kommen. Wir wollen weitere Schutzgebiete ausweisen." Berger warf ihr vor, sie wolle Naturschutz und Jäger gegeneinander ausspielen, was Maaßen energisch zurück wies. Körfges machte deutlich, dass die SPD eine Ausweitung der Naturschutzgebiete anstrebe.

(RP)