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Düsseldorf: Vodafone testet Shoppen per Handy

Düsseldorf : Vodafone testet Shoppen per Handy

Die Kunden scannen abgebildete Waren — und holen dann gepackte Tüten ab.

Der Telefonkonzern Vodafone hat gestern ein neues Konzept zur Zukunft des Einkaufens vorgestellt, das auf den ersten Blick schon gewöhnungsbedürftig ist, aber auf Dauer ein großer Erfolg werden könnte.

Die Mitarbeiter im neuen Vodafone-Campus in Düsseldorf-Heerdt können sich künftig auf einer Monitorwand anschauen, welche Produkte das Partnerunternehmen Emmas Enkel ihnen gerade vorschlägt – Haarshampoo, Bananen, Sekt oder auch Sonnenschutzcreme. Dann scannen sie mit dem Smartphone die jeweiligen Produktcodes ein und können per Handy an einer automatischen Kasse zahlen.

Nach Dienstschluss können sie die Waren am Rand der Cafeteria abgepackt abholen – "das ist bequemer als viele andere Wege des Einkaufens", wirbt Christian Wirtz, Vodafone-Handelsexperte, für das Konzept. Auf die Frage, ob es nicht interessanter sei, in einem "echten Geschäft" aus viel mehr Waren auswählen zu können, hat er die entscheidende Antwort: "Die Kunden können am PC aus 3000 Produkten auswählen. Und die können sie dann ebenso abholen."

Dabei soll das Angebot ausgebaut werden. Aktuell müssen die Vodafone-Mitarbeiter bis 14 Uhr ihre Bestellung abgeben, um Waren ab 15.30 Uhr zu erhalten. Möglicherweise wird es auch noch eine spätere Bestellmöglichkeit geben, um spontane Käufe zu erleichtern.

Außerdem hoffen Vodafone und Start-up "Emmas Enkel" auf weitere Aufträge. Mehrere Dax-Konzerne hätten Interesse, ihre Zentralen mit ähnlichen Shops auszustatten, heißt es. Immerhin kann man hoffen, dass Mitarbeiter noch tatkräftiger im Büro arbeiten, wenn sie ihre Einkäufe direkt in der Firma erledigen und mitnehmen. Zumindest eine Viel-Arbeiterin fand das Konzept gut: Kanzlerin Angela Merkel ließ sich die digitale Einkaufswand schon auf der Cebit zeigen.

(RP)