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Mülheim: Tengelmann erwartet geringeres Wachstum für 2013

Mülheim : Tengelmann erwartet geringeres Wachstum für 2013

Vor 146 Jahren wurde Tengelmann als kleiner Kolonialwarenladen gegründet, heute ist die Unternehmensgruppe in 18 Ländern aktiv und setzte im vergangenen Jahr 11,08 Milliarden Euro um. Neben der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann, dem Textildiscounter Kik und der Baumarktkette Obi tragen auch Online-Shops wie Baby-Markt.de, Zalando und Lieferheld zum Erfolg bei. An letzteren ist die Gruppe ebenso beteiligt wie an vielen anderen Start-ups.

"Man muss mit der gesellschaftlichen Entwicklung Schritt halten und sich entsprechend aufstellen", sagt Karl-Erivan Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter. 1,5 Milliarden Euro erwirtschafteten die 30 Start-ups 2012, die Tengelmann Ventures als Kapitalgeber begleitet. "Unsere Online-Shops wachsen überproportional. Das ist die Zukunft."

Aktuell ist es jedoch weiterhin der stationäre Handel, der den Löwenanteil zum Geschäftserfolg beiträgt. Allein Obi erwirtschaftete mit seinen 585 Märkten 2012 einen Umsatz von 6,87 Milliarden Euro (plus 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und damit mehr als Kaiser's Tengelmann (2,1 Milliarden) und Kik (1,75 Milliarden) zusammen. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht.

Durch Investitionen in die Filialen sollen der Lebensmittelhändler und der Textildiscounter in Zukunft attraktiver werden. Nachdem die Renovierung vieler Kaiser's-Filialen in den Regionen Berlin und München/Oberbayern bereits zu steigenden Umsätzen führte, soll das neue Konzept, das auf Frische und Qualität setzt, schrittweise in der Region Nordrhein umgesetzt werden, wo die Umsätze 2012 leicht zurückgingen. Zusätzliche Einnahmen könnte ein Online-Lieferservice für Lebensmittel bringen, den Tengelmann in Meerbusch und Düsseldorf an den Start brachte.

Auch die Kik-Filialen bekommen einen neuen, edleren Anstrich verpasst – nur an der Ware ändert sich nichts. "Wir wollen zeigen, dass ein modernes Design und niedrige Preise kein Widerspruch sind." Zuletzt hatte Kik jedoch mit Negativ-Schlagzeilen zu kämpfen, nachdem es in Textilfabriken in Pakistan und Bangladesch zu Bränden und dem Einsturz einer Fabrik kam. Auch Kik soll zu den Unternehmen zählen. die hier produzieren ließen. "Das hat uns betroffen", sagt Haub. Als Folge sei man der internationalen Allianz für Feuer- und Gebäudesicherheit beigetreten.

Für das aktuelle Jahr rechnet er nur mit einem kleinen Umsatzplus. Das schlechte Wetter machte Saisonwaren im Gartenbereich und Frühjahrsmode zu Ladenhütern. 80 Obi-Filialen waren zudem von der Flutkatastrophe betroffen.

(RP)