Keiner VC investierte so häufig wie der Hightech-Gründerfonds

Gründer-Ticker : Keiner investierte so häufig wie der Hightech-Gründerfonds

Fast jeden Tag gibt es spannende Nachrichten von Start-ups und Gründern aus NRW. Die wichtigsten Kurzinfos fassen wir in unserem Nachrichten-Blog für Sie zusammen.

  • 1/17/20 10:48 AM
    Hightech-Gründerfonds (Bonn): Weihnachtsgeschäft mal anders: Der Bonner Frühphasen-Investor war im vierten Quartal 2019 der aktivste Risikokapitalgeber in Deutschland. Der HTGF beteiligte sich an 24 Finanzierungsrunden, acht mehr als im vorherigen Quartal. Das geht aus einer Auswertung des Analyse-Portals Startupdetector hervor. Auch die landeseigene NRW.Bank konnte sich mit sechs Finanzierungsrunden in der Top 10 platzieren. Vergleichsweise zurückhaltend agierten dagegen der Kölner Risikokapitalgeber Capnamic, Tengelmann Ventures aus Essen und Vorwerk Ventures aus Wuppertal mit je zwei Finanzierungsrunden.
    Insgesamt wurden im vierten Quartal 515 Finanzierungsrunden in Deutschland abgeschlossen. Startupdetector wertet für seine Analysen regelmäßig die Einträge im Handelsregister aus, wo neue Finanzierungsrunden und die beteiligten Investoren in der Regel angegeben werden.
  • 1/17/20 10:35 AM
    Visus Industry IT (Bochum): Das Start-up hat ein System entwickelt, das für Industrieunternehmen Prüfberichte und Bilder digitalisiert und anschließend bei der Zusammenfassung der Produktdokumentation hilft. Dies kann in vielen Fällen nützlich sein, etwa bei der Langzeitarchivierung, einer Ferndiagnose, um eine Zweitmeinung einzuholen oder die Dokumentation im Schadensfall zu regeln.
    Der durch das System JiveX erzeugte strukturierte Datenpool kann anschließend genutzt werden, um Systeme mit künstlicher Intelligenz anzulernen. So hat das Unternehmen offenbar ein Pilotprojekt durchgeführt, bei der ein System Schweißnähte bewerten musste. Fehler wurden dabei mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent erkannt.
    Die Arbeit der beiden Bochumer Gründer Jens Martin und Peter Rosiepen überzeugte nun offenbar gleich eine ganze Reihe von Investoren. Der Bonner High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Gründerfonds Ruhr und die NRW.Bank haben nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Betrag in das 2018 gegründete Start-up investiert.
  • 12/18/19 9:58 AM
    Crealize (Essen): Das Essener Unternehmen Crealize übernimmt die Zalando-Tochter Kickz. Der Online-Modehändler hatte Kickz, einen Spezialisten für Basketball- und Streatwear-Mode, selbst erst 2017 gekauft. Nun wird das Geschäft, zu dem ein Online-Shop und elf Filialen gehören, nach Essen weitergereicht. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die Übernahme soll laut Zalando im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.
    Crealize steigt bei Kickz über seine Tochter Play Hard GmbH ein, deren Marke K1X bereits seit langem über Kickz verkauft wird. Hinter Crealize steckt unter anderem Jacob Fatih, Gründer und Geschäftsführer der Fitnessstudio-Kette FitX. Das Essener Unternehmen hat sich auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Unternehmen spezialisiert. Zum Portfolio gehört unter anderem das Düsseldorfer Restaurant Baba Green, das zuletzt für Schlagzeilen sorgte, weil es die Bezahlung per Bargeld abgeschafft hat.
    Zalando begründet den Verkauf damit, dass Kickz nicht mehr zur Firmenstrategie passe, durch die der Online-Händler verstärkt zur Plattform ausgebaut werden soll. Außerdem würde sich das Sortiment, heißt es in einer Pressemitteilung, inzwischen überlappen. Daher habe man sich für den Verkauf entschieden. Für die Mitarbeiter und Kunden von Kickz soll der Verkauf des Unternehmens keine Auswirkungen haben.
  • 11/26/19 9:00 PM
    Cognigy (Düsseldorf): Das Start-up hat von Investoren sechs Millionen US-Dollar (5,5 Millionen Euro) an frischem Kapital eingesammelt. Cognigy hat eine Software entwickelt, mit der Unternehmen Kundenanfragen automatisiert beantworten können - egal ob in Form von Textnachrichten durch einen Chatbot oder gesprochen durch einen Sprachassistenten.
    Mit dem Geld wollen die Gründer Philipp Heltewig und Sascha Poggemann nach eigenen Angaben die Expansion in Europa, Asien und den USA beschleunigen. Das Unternehmen hat bereits einen Standort in San Francisco aufgebaut. Außerdem sollen in Düsseldorf auch mehr Experten für Künstliche Intelligenz und Entwickler angestellt werden.
    „Das Rheinland bietet Enterprise-Unternehmen optimale Bedingungen“, sagt Sascha Poggemann, der Cognigy zusammen mit seinem Geschäftspartner anderhalb Jahre lang im Co-Working-Space Startplatz aufgebaut hat. „Es gibt vor Ort nicht nur exzellent ausgebildete Software-Entwickler", sagt Poggemann: "Auch viele unserer Kunden sind hier ansässig – ebenso wie zahlreiche Beratungsunternehmen. Darum war und ist es für uns keine Option, unsere Software im Ausland zu entwickeln.“ Zu den Kunden von Cognigy gehören unter anderem der Tüv Rheinland und der Düsseldorfer Versicherer Arag sowie die Dax-Konzerne Henkel und Daimler. Das Geld kommt von den Risikokapitalgebern DN Capital, Nordic Makers und Inventures.
  • 11/26/19 6:28 PM
    Verena Pausder (Bielefeld): Gründerin Verena Pausder verlässt Haba Digital und gibt zum Jahresende die Geschäftsführung des Vermittlers von digitaler Bildung ab. Pausder wird dem Unternehmen in Zukunft zwar als Mitglied des Beirats erhalten bleiben, gibt laut einer Pressemitteilung jedoch auch ihre Firmenanteile ab. Zum Kaufpreis machte der Spielwarenhersteller Haba keine Angaben.
    Die Haba Digitalwerkstatt soll Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren das Thema Digitalisierung näherbringen. In Kursen können die Kinder Roboter bauen, Spiele programmieren oder Animationsfilme drehen. Die erste Digitalwerkstatt wurde 2016 in Berlin eröffnet, heute gibt es deutschlandweit zehn Standorte. In NRW erhielt das Unternehmen den Auftrag, mit einem Digitalbus Station an Schulen zu machen.
    Pausder, die aus der Bielefelder Textilunternehmerfamilie Delius stammt, gründete bereits 2012 gemeinsam mit Moritz Hohl den Kinder-App-Entwickler Fox & Sheep. Das Start-up ging nach der Übernahme, angeblich für einen zweistelligen Millionenbetrag, in Haba Digital auf.
  • 11/26/19 5:43 PM
    Coup (Berlin): Diese Nachricht ist es wert, einmal NRW zu verlassen und den Blick nach Berlin zu werfen: Die Mietroller von Coup in Berlin sind Vorreiter und Pioniere der Shared Mobility gewesen. Nun stellt der Anbieter wegen zu hoher Kosten seinen Betrieb ein. Unter anderem der Düsseldorfer Anbieter eddy dürfte das mit Sorge sehen.
  • 11/21/19 9:36 AM
    Schüttflix (Gütersloh): Auf Instagram lässt Sophia Thomalla ihre 1,1 Millionen Abonnenten gerne an ihrem Leben teilnehmen: Mal sieht man sie im Bikini am Pool, mal im Bikini am Strand oder in Abendgarderobe bei einer Veranstaltung. In dieser Woche zeigte sie sich mit Baggern in einer Baugrube. Es war die Bekanntgabe ihres ersten Investments in ein Start-up: Schüttflix aus Gütersloh. Sie soll laut FAZ einen hohen sechsstelligen Betrag in die Logistikplattform investiert haben, über die man per App Kies und Sand bestellen kann. Im Handelsregister ist die Veränderung noch nicht eingetragen.
    Das Start-up wurde im Juni 2018 von Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn gegründet, im Januar 2019 wurde die App veröffentlicht. Seit dem Start hat das Start-up nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Million Euro Umsatz erzielt. Die durchschnittliche monatliche Wachstumsrate soll bei mehr als 50 Prozent liegen. Mit Schüttflix sollen Kunden aus der Baubranche deutlich schneller an die benötigten Waren kommen. "Der Markt für Schüttgut in Deutschland verfügt über ein deutlich größeres Volumen als beispielsweise der Taxi- oder Fernbusmarkt, wo derzeit digitale Player das Geschäftsmodell revolutionieren", wird Christian Hülsewig in der Pressemitteilung zitiert. Momentan konzentriert sich Schüttflix nur auf NRW, wo man bereits nach eigenen Angaben flächendeckend liefern kann. Bis Ende 2020 soll jede Baustelle in Deutschland beliefert werden können.
    Sophia Thomalla wurde eigentlich nur als Werbegesicht angefragt, wird künftig aber neben ihrer Rolle als Gesellschafterin auch als Markenbotschafterin auftreten.
    • Thomas Hagedorn, Christian Hülsewig und Sophia Thomalla (v.l.) sind die Köpfe hinter Schüttflix. Schüttflix Thomas Hagedorn, Christian Hülsewig und Sophia Thomalla (v.l.) sind die Köpfe hinter Schüttflix.
  • 11/18/19 7:00 PM
    Peek&Cloppenburg/Stylebop (Düsseldorf/München): Die Düsseldorfer Modehaus-Kette Peek & Cloppenburg erweitert das eigene Angebot um einen Online-Shop für Luxus-Mode. Dazu übernimmt die Tochter FashionID, die für Peek&Cloppenburg in den vergangenen Jahren das Online-Geschäft aufgebaut hat, die Domains und Marken der Stylebop GmbH aus München. Diese hatte im August Insolvenz anmelden müssen. Der 2004 gegründete Mode-Shop hatte in den vergangenen Jahren hohe Verluste gemacht, allein in den Jahren 2016 bzw. 2017 lag das Minus laut Bundesanzeiger bei rund 7,8 bzw. 8,9 Millionen Euro.
    Bei FashionID glaubt man jedoch an das Potenzial der Marke. Stylebop stehe für hochwertige Premiummode, sagt Fashion-ID-Geschäftsführer Nicolay Merkt: "Unser Ziel ist es, uns nun auch im Luxusbereich breit aufzustellen und uns in diesem Segment neue Kundengruppen zu erschließen.“
    Zunächst soll dazu das Geschäft in Deutschland wieder aufgenommen werden, teilte das Unternehmen mit. Allerdings ist auch eine Ausweitung auf Österreich und die Schweiz geplant. Langfristig sei auch eine noch stärkere Internationalisierung denkbar.
    Der Markt für Luxusmode ist hart umkämpft. Stylebop, das Mode von Philipp Plein, Karl Lagerfeld oder auch Burberry verkauft, konkurriert unter anderem mit Plattformen wie Farfetch, Mytheresa oder Net-a-porter.
  • 11/15/19 3:26 PM
    Vodafone/Grandcentrix (Düsseldorf/Köln): Die Nachricht dürfte bei der am Abend stattfindenden Weihnachtsfeier von Grandcentrix das beherrschende Thema sein: Das Unternehmen soll von Vodafone übernommen werden.
    Seit 2009 arbeitet Grandcentrix daran, Gegenstände zu digitalisieren. Mit Hilfe ihrer Technik konnten die Tonieboxen aus Düsseldorf die Kinderzimmer der Republik erobern, auch Mittelständler wie Miele, Viessmann oder Leica setzten auf die Fähigkeiten der Kölner, um ihre Produkte in das Internet der Dinge (Internet of things, kurz: IoT) zu bringen. Selbst eine Panne wie jene 2014, als Grandcentrix für die ARD eine Quizduell-App programmierte, die ausgerechnet beim Prominenten-Special der Sendung streikte, schadeten dem Ruf der Firma offenbar nicht.
    Im Gegenteil: Die Leistungen der Kölner, die einen zweistelligen Millionenumsatz erwirtschaften dürften, blieben auch Vodafone nicht verborgen. Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter gab am Freitag bekannt, die 2009 gegründete Firma mit ihren rund 150 Mitarbeitern übernehmen zu wollen. „Mit der Übernahme wollen wir unsere Geschäftskunden noch besser entlang der gesamten IoT-Wertschöpfungskette begleiten", sagt Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter. An den bestehenden Firmensitzen von Grandcentrix in Köln und Dortmund (wo Grandcentrix gegründet wurde) soll sich nichts ändern. Auch die beiden Gründer Ralf Rottmann und Martin Willnow sollen langfristig an Bord bleiben. Wenn die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen, soll der Zusammenschluss der Unternehmen bereits zum 1. Januar 2020 erfolgen.
    Die Übernahme ist auch ein Erfolg für den Bonner Hightech-Gründerfonds, der knapp ein Jahr nach der Gründung bei Grandcentrix einstieg und zuletzt knapp 25 Prozent am Unternehmen hielt. Zum Kaufpreis machten die Parteien keine Angaben.
  • 11/8/19 12:38 PM
    Vorwerk Ventures (Wuppertal): Der bayerische E-Bike-Händler Rebike1 bekommt frisches Kapital aus NRW. Nach Informationen von "Gründerszene" haben die Risikokapitalgeber Vorwerk Ventures (Wuppertal) und STS Ventures (Köln) gemeinsam mit Business Angels einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investiert. Das Start-up Rebike1 mit Sitz in Krailling bei München vermietet und verkauft Elektrofahrräder, zum Beispiel aus Rest- oder ehemaligen Vorführbeständen. Der Handel wird über die gleichnamige Online-Plattform abgewickelt. Der Verleih erfolgt über eine separate Internetseite, auf der man E-Bikes für drei, sechs oder zwölf Monate mieten und anschließend an einer Abholstation in Empfang nehmen kann. In NRW gibt es bislang zwei solcher Stationen in Köln und in Essen.
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(frin)