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Gründerszene wird laut Startup Monitor weiblicher

Deutscher Startup Monitor : Die Gründerszene wird endlich weiblicher

Ein Großteil der Start-up-Unternehmen hat die Probleme der Pandemie hinter sich gelassen. Viele sind inzwischen wieder optimistisch und wollen neue Arbeitsplätze schaffen – nur das Geld ist immer noch knapp.

Start-ups werden als Arbeitgeber in Deutschland immer wichtiger. Das geht aus dem „Deutschen Start-up-Monitor“ hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Demnach stieg die durchschnittliche Beschäftigungszahl im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 14 auf 18 Mitarbeiter je Start-up. In Berlin haben Start-ups im Schnitt sogar 51 Mitarbeiter – die Branche gilt hier inzwischen als einer der größten Arbeitgeber.

Der „Deutsche Start-up-Monitor“, der in diesem Jahr zum neunten Mal veröffentlicht wurde, ist zwar nicht repräsentativ, aber die umfangreichste Gründerbefragung in Deutschland. Allein in diesem Jahr flossen mehr als 2000 Datensätze in die Auswertung ein. Die Studie wird von der Universität Duisburg-Essen im Auftrag des Bundesverbands Deutsche Startups und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC durchgeführt.

Laut Studienautor Tobias Kollmann nimmt auch die Relevanz der Jung-Unternehmen für ganz Deutschland zu. „Die Start-up-Szene entwickelt sich zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Bundesrepublik“, sagt der Professor von der Universität Duisburg-Essen. Denn Start-ups planen auch deutlich mehr Neueinstellungen als in der Vergangenheit. In einer anderen Studie kam die Unternehmensberatung McKinsey in dieser Woche zum Ergebnis, dass die Start-up-Szene allein bis 2030 etwa 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen könnte.

Eine solche Prognose lässt sich aus dem „Deutschen Start-up-Monitor“ nicht ablesen. Dafür liefert die Befragung einen tiefen Einblick in die deutsche Gründerszene. So sieht man beispielsweise, dass inzwischen mehr Start-ups von Frauen gegründet werden als in der Vergangenheit. Der Anteil der Gründerinnen liegt mittlerweile bei 17,7 Prozent – im Vorjahr waren es noch 15,9 Prozent. Gleichzeitig steigt bei den befragten Start-ups auch auf der Ebene der Mitarbeiter der Anteil von Frauen (37,5 Prozent).

Problematisch bleibt der Zugang zu Kapital. Obwohl zuletzt eine Vielzahl von Finanzierungsrunden im Millionenbereich bekannt wurde, bewerteten im Bundesschnitt nur 38 Prozent der Befragten den Zugang als gut bis sehr gut. Die wichtigste Finanzierungsquelle neben den eigenen Ersparnissen bleiben staatliche Fördermittel. In NRW bewerteten sogar nur 30 Prozent der Befragten den Zugang zu Kapital als gut oder sehr gut.

Insgesamt schneidet Nordrhein-Westfalen bei den Gründern als Standort aber gut ab. Rund 70 Prozent der Befragten bezeichneten das hiesige Ökosystem als gut bis sehr gut. Besonders positiv bewertet wird dabei die Nähe zu Universitäten, das gute Netzwerk zu anderen Gründern sowie wirtschaftspolitische Initiativen, beispielsweise das Hub-Konzept oder Fördermöglichkeiten wie das Gründerstipendium. Mit der RWTH Aachen und der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gibt es dabei gleich zwei NRW-Universitäten unter den führenden Gründerhochschulen, wobei die Aachener Uni sogar vor der privaten Hochschule WHU aus Rheinland-Pfalz auf Platz 1 liegt.

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In den Start-up-Zentren Berlin und München werden die Ökosysteme noch positiver bewertet. Das dürfte auch daran liegen, dass es hier leichter fällt, internationale Fachkräfte anzulocken. In NRW sagen nur 36 Prozent der befragten Start-ups, dass dies gut oder sehr gut klappe. Der Bundesschnitt liegt bei mehr als 47 Prozent. Dass Fachkräfte zunehmend aus dem Ausland kämen, liege auch daran, dass hierzulande Programmierer fehlten, sagte Studienautor Kollmann.

Beim Bundesverband Deutsche Start-ups zeigt man sich grundsätzlich zufrieden mit der Entwicklung der Gründerszene in Deutschland. „Die Studie zeigt, dass unser Start-up-Ökosystem in Sachen Wachstum und Diversität auf einem guten Weg ist“, sagte Verbandsgeschäftsführerin Franziska Teubert.