Siemens baut 2700 Energie-Stellen ab

Technologiekonzern : Siemens baut 2700 Energie-Stellen ab

1400 davon entfallen auf Deutschland. NRW ist diesmal nicht betroffen. Stattdessen müssen die Beschäftigten in Erlangen, Berlin, Nürnberg und Dresden bangen.

Der Technologie-Konzern Siemens hat seine Sparpläne für die Energiesparte konkretisiert. Weltweit sollen 2700 Stellen bei der Sparte Gas and Power wegfallen, 1400 davon in Deutschland. Der Konzern kündigte entsprechende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an.

Die großen Siemens-Energiestandorte in Nordrhein-Westfalen, Mülheim und Duisburg, werden von dieser Sparrunde nicht betroffen sein. Die neuen Maßnahmen adressierten in erster Linie das Projektgeschäft sowie das Geschäft mit Produkten und Systemen zur Stromübertragung, teilte das Unternehmen mit. Ein Sprecher ergänzte auf Anfrage, dass damit die Standorte Erlangen, Berlin, Nürnberg und Dresden betroffen seien. Insgesamt will Siemens zu den bereits laufenden Sparprogrammen so zusätzliche 500 Millionen Euro Kosten einsparen. Man wolle die Maßnahme „möglichst sozialverträglich umsetzen“, teilte Siemens mit. Ein Teil der Betroffenen könnte zudem umgeschult werden. Dennoch kritisierte die IG Metall das Sparprogramm inmitten Zeiten des Fachkräftemangels.

Vorstandschef Joe Kaeser hatte Anfang Mai angekündigt, das Energie-Geschäft zu konzentrieren und an die Börse zu bringen. Kaeser treibt derzeit den Umbau des Traditionshauses voran,  bei dem er das Produktportfolio vor allem auf Zukunftstechnologien wie die vernetzte Fabrik konzentrieren will.

Kaesers Pläne sehen vor, die Kraftwerkssparte auszugliedern und mit einer Mehrheitsbeteiligung im Bereich der erneuerbaren Energien (Gamesa Renewable Energy) auszustatten. Bis September 2020 soll das neue Gebilde an die Börse gebracht werden. Es soll 88.000 Mitarbeiter beschäftigen und mit einem Umsatz von 27 Milliarden Euro eine Marge von vier Prozent erwirtschaften. Siemens werde die Mehrheit am neuen Unternehmen abgeben, „aber als starker Ankeraktionär engagiert“ bleiben, erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser.

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