Verkauf der Warenhauskette: Metro-Chef will bei Real beruhigen

Verkauf der Warenhauskette : Metro-Chef will bei Real beruhigen

Olaf Koch sieht weniger als 10.000 Jobs bei der Warenhauskette gefährdet.

In der Diskussion um einen möglichen Stellenabbau bei Real versucht Metro-Chef Olaf Koch, die Beschäftigten der Warenhauskette zu beruhigen. Nach seiner Meinung würden weniger als die von Gesamtbetriebsratschef Werner Klockhaus befürchteten 10.000 Arbeitsplätze abgebaut, sagte Koch der „Wirtschaftswoche“. „Die jetzt ins Spiel gebrachte Zahl ist nach meiner persönlichen Einschätzung zu hoch“, so der Metro-Chef. Man wolle sich in den Gesprächen mit dem Investoren-Konsortium X+Bricks „für vertragliche Regelungen einsetzen, nach denen die Real-Mitarbeiter von den übernehmenden Einzelhandelsunternehmen weiter beschäftigt werden“.

Das wäre aber nur dann wirklich beruhigend, wenn sich die Käufer von Real-Filialen oder -Filialpaketen auf langfristige Jobgarantien einließen. Ansonsten drohe übernommenen Mitarbeitern doch ein Verlust ihres Arbeitsplatzes, nur eben später als bei Filialschließungen, fürchten Insider. Betriebsratschef Klockhaus hatte in seine Zahlen auch jene Jobs eingerechnet, die nach der Übernahme noch wegfallen könnten, sowie solche in der IT, der Werbung und der Logistik.

Die Verkaufsgespräche für Real laufen nach Angaben des Konzerns ebenso planmäßig wie die für die Veräußerung von Metro China, wie aus der Umsatzmeldung für das am
31. Dezember beendete erste Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 hervorgeht. Danach hat die Metro zwischen Oktober und Dezember 2019 ihren Umsatz um zwei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gesteigert. Das sei auch positiven Währungseffekten zuzuschreiben, teilte das Unternehmen mit. Flächenbereinigt wuchs der Konzern allerdings nur um ein Prozent. In Deutschland, das gut ein Sechstel der Gesamterlöse liefert, hat sich der Umsatzschwund auf vergleichbarer Fläche auf 0,4 Prozent verdoppelt.

In Russland, seit geraumer Zeit eine Problemregion, sind die Erlöse dank einer Neueröffnung im Sommer zwar leicht gestiegen. Auf vergleichbarer Fläche und in Rubel gingen aber erneut 5,3 Prozent Geschäft verloren, ein deutlich stärkerer Rückgang als im Vorjahr.