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LEG kauft 15.000 Wohnungen von Adler

Düsseldorfer Wohnungskonzern : LEG kauft 15.000 Wohnungen von Adler

Das Düsseldorfer Unternehmen verstärkt sich maßgeblich in Norddeutschland und wird gleichzeitig Großaktionär bei einem niederländischen Immobilieninvestor. Die Gewinnprognose für 2022 steigt.

Der Wohnungskonzern LEG Immobilien baut sein Geschäft außerhalb von Nordrhein-Westfalen weiter aus. Das Düsseldorfer Unternehmen kauft wie angekündigt vom Berliner Konkurrenten Adler Group etwa 15.400 Wohnungen vor allem in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. Damit liegt nach Angaben des Unternehmens künftig jede fünfte Wohnung außerhalb des Heimatmarktes NRW.  „Mit dem Erwerb  hat sich die LEG endgültig als einer der größten deutschen Bestandshalter etabliert“, sagte LEG-Chef Lars von Lackum am Mittwoch. Der Wert des Pakets, zu dem nach früheren Angaben auch 185 Gewerbeimmobilien zählen sollen, war auf  knapp 1,5 Milliarden Euro beziffert worden. Unter dem Strich hatte es geheißen, flössen Adler etwa 800 Millionen Euro zu, weil beim Kaufpreis unter anderem auch noch die Tilgung besicherter Darlehen berücksichtigt werden sollte.

Zusätzlich hat der Konzern aus der Landeshauptstadt fast 31 Prozent der Anteile an der niederländischen Wohnimmobiliengesellschaft BCP erworben, die in Deutschland gegenwärtig  12.000 Wohnungen betreibt. Er zahlt dafür rund 328 Millionen Euro. Knapp sieben Prozent der Anteile hat LEG von Adler übernommen, 24  Prozent kommen von institutionellen Minderheitsaktionären. Die Düsseldorfer werden damit zum vorläufig zweitgrößten Einzelaktionär beim Konzern aus dem Nachbarland. Noch hält Adler 63 Prozent der Anteile, doch hat sich der Berliner Konzern verpflichtet, der LEG bis Ende September des kommenden Jahres auch dieses Paket anzubieten, wenn die LEG dafür 157 Euro je Aktie zahlt. Sie wäre damit nahezu Alleineigentümer von BCP.

Die Rheinländer, die mit derzeit 145.000 Mietwohnungen bereits zu den größten Wohnungsunternehmen in Deutschland.  gehören, haben nach der Ankündigung des Zukaufs auch ihre Gewinnprognose für das kommende Jahr angehoben. Der FFO 1, in der Immobilienwirtschaft die maßgebliche Kennziffer für den operativen Gewinn eines Unternehmens,soll zwischen 475 Millionen und 490 Millionen Euro liegen und damit um 5,5 bis 6,5 Prozent höher als bislang veranschlagt.  Trotzdem erlitt die Aktie am Mittwoch zunächst leichte Verluste.

Adler war im September/Oktober unter anderem durch Spekulationen eines Investors über angeblichen Bilanzbetrug in die Schlagzeilen geraten. Der Aktienkurs war daraufhin abgestürzt. Kurz darauf hatte der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia (Bochum) erklärt, man habe sich eine Option auf die Übernahme von rund 13 Prozent der Adler-Group-Aktien gesichert, die man binnen eineinhalb Jahren ausüben könne.