Gazprom streicht Ukraine Gas-Rabatte

Ukraine-Krise : Moskau streicht Ukraine sämtliche Gasrabatte

Russland streicht der Ukraine sämtliche Gasrabatte. Ab April soll die Ukraine laut dem Gaslieferanten Gazprom 485 Dollar (rund 350 Euro) pro tausend Kubikmeter Erdgas zahlen - im europaweiten Vergleich ist das ein Spitzenwert.

Moskau nutzt die Abhängigkeit der Ukraine von russischem Gas als Druckmittel: Schon am Dienstag hatte der russische Staatskonzern Gazprom den Gaspreis für Kiew um mehr als ein Drittel erhöht. Am Donnerstag verkündete Ministerpräsident Dmitri Medwedew dann das endgültige Ende einer 2010 vereinbarten Rabattregelung für Kiew. Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte laut Agenturberichten, dass seit April 485 Dollar (rund 350 Euro) pro tausend Kubikmeter Erdgas fällig würden - im europaweiten Vergleich ist das ein Spitzenwert.

Ukraine deckt etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs mithilfe russischer Lieferanten

Miller war am Donnerstag in Moskau mit dem Interimsleiter des ukrainischen Energieministeriums, mehreren Abgeordneten sowie dem Direktor des staatlichen Energieversorgers Naftogaz zusammengetroffen, um die Lage zu erörtern. Auch mit Medwedew führte Miller ein Gespräch. Zurzeit deckt die Ukraine etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs mithilfe russischer Lieferanten.

Derweil scheint Russlands Truppenabzug von der Grenze zur Ukraine weiterzugehen. Einige Soldaten würden auf ihre Stützpunkte zurückkehren, sobald ihre "Aufgaben" im Grenzgebiet beendet seien, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Allerdings gebe es "keine Beschränkungen" für Truppenbewegungen auf russischem Staatsgebiet. Außerdem verlangte Lawrow Erklärungen der NATO zur Verstärkung ihrer Militärpräsenz in Osteuropa.

(AFP)
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