Kabinettsbeschluss zur Rente Ökonomen begrüßen Rentenerhöhung als Konjunkturstütze

Berlin · Das Kabinett wird an diesem Mittwoch die Erhöhung der Renten um 4,57 Prozent zum 1. Juli beschließen. Gewerkschaftsnahe Ökonomen sehen darin eine willkommene Stütze für die Kaufkraft und die angeschlagene Konjunktur.

 Rentnerinnen und Rentner bekommen ab 1. Juli knapp 4,6 Prozent mehr als bisher im Monat.

Rentnerinnen und Rentner bekommen ab 1. Juli knapp 4,6 Prozent mehr als bisher im Monat.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Führende Ökonomen haben die geplante Rentenerhöhung um 4,57 Prozent zum 1. Juli 2024 als wichtige Stütze für die Kaufkraft von Rentnern und für die Konjunktur begrüßt. „Auch mit diesem Anstieg liegt die Kaufkraft der Renten Ende 2024 noch immer niedriger als 2019, also vor Pandemie und Energiepreisschock“, sagte der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, unserer Redaktion. „Die aktuelle Erhöhung dürfte die Konsumnachfrage in Deutschland stützen und damit zur Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte beitragen“, sagte Dullien. „Das ist erfreulich, weil derzeit die noch schwache Konsumnachfrage dazu beiträgt, dass die deutsche Wirtschaft 2024 voraussichtlich nicht wachsen wird“, erklärte der IMK-Chef.

Das Bundeskabinett soll die Rentenerhöhung um fast 4,6 Prozent an diesem Mittwoch beschließen. Die Renten steigen damit Mitte 2024 erstmals nach der Wiedervereiniggung in Ost- und Westdeutschland um den gleichen Prozentsatz. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stellt den Beschluss am Mittwoch vor. Die jährliche Rentenanpassung folgt einer festgelegten, sogenannten Rentenformel. Maßgeblich ist die Entwicklung der Löhne.

Auch DIW-Präsident Marcel Fratzscher betonte: „Mit der geplanten Rentenerhöhung werden viele Rentnerinnen und Rentner noch immer eine geringere Kaufkraft haben als vor drei Jahren, bevor die Inflation stark anstieg.“ Es werde „wohl noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Renten wieder die Kaufkraft von 2021 erreichen werden“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Rentenanpassung folge „einer gemeinsam festgelegten Formel, sodass keine der Parteien sich nun beklagen kann“, so Fratzscher.

„Mittelfristig dürfte die Rentenerhöhung den Bundeshaushalt stärker belasten“, sagte Fratzscher. „Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass der Staat einer der großen Gewinner der hohen Inflation der vergangenen Jahre war“, sagte er.

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