Handballer gehen nach Japan-Reise gut gelaunt in die Sommerpause

Vorbereitung auf Heim-WM: Handballer gehen nach Japan-Reise gut gelaunt in die Sommerpause

Die Handball-Nationalmannschaft verabschiedet sich mit zwei klaren Siegen gegen Dagur Sigurdssons Japaner in die Sommerpause. Rund sieben Monate vor der Heim-WM ist aber noch Luft nach oben.

Müde vom Teamabend und der langen Saison fielen die deutschen Handballer um Kapitän Uwe Gensheimer am Sonntag in den Flieger von Tokio nach Frankfurt. Der Vorgeschmack auf Olympia 2020 hat Christian Prokop und seinen Spielern viel Freude bereitet, doch für eine erfolgreiche Heim-WM im Januar liegt noch eine Menge Arbeit vor dem DHB-Team.

"In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, die Konzentration und Bissigkeit aufrechtzuerhalten. Das schmeckt uns nicht so", sagte der Bundestrainer am Samstag nach dem 31:22 (18:9) im Test gegen Japan in Tokio.

Doch nicht nur weil er auch positive Ansätze gegen das Team seines gleichermaßen populären wie erfolgreichen Vorgängers Dagur Sigurdsson registrierte, war Prokop am Ende einer langen Saison mit dem Tiefpunkt der desaströsen Europameisterschaft durchaus versöhnlich gestimmt: "Wir haben hier wichtige Erkenntnisse gesammelt und eine tolle Reise als Abschluss gehabt."

Der Trip ins Land der aufgehenden Sonne wurde tatsächlich auch von den Spielern trotz des Zwölf-Stunden-Ritts um den halben Globus nicht als Belastung wahrgenommen. Im Gegenteil. Gensheimer, am Samstag mit acht Toren (fünf Siebenmeter) der erfolgreichste Schütze, hatte die Länderspieltour schon vorab mit einem Trip "mit 15 Kumpels" verglichen und sich eine "gute und lustige Reise" versprochen.

Rückraumspieler Fabian Böhm zog nicht nur sportlich ein positives Fazit: "Es war ein guter Auftritt von uns. Und die Reise war superinteressant und aufschlussreich. Es hat Spaß gemacht, alles mal kennenzulernen." Wohl nicht ganz zufällig blieb dem DHB-Team nach dem letzten Test noch Zeit für ein gemeinsames Essen und einen Teamabend mit Kaltgetränken.

Prokop selbst, der nach EM-Rang neun vor dem schnellen Aus als Bundestrainer gestanden hatte, legte bei der mehr als einwöchigen Reise gezielt einen Schwerpunkt auf das Teambuilding. Immerhin war der Draht zwischen ihm und den in Kroatien entthronten Europameistern nicht der beste gewesen. Der taktisch versierte Trainer durfte im Amt bleiben, er muss aber beweisen, dass er auch zwischenmenschlich die richtige Lösung parat hat.

Japan soll ein Schritt gewesen sein. Allerdings sind die Erkenntnisse überschaubar. Sigurdssons Mannschaft kam bei der letzten Asienmeisterschaft nicht über Platz sechs hinaus, nimmt an der WM in Deutschland und Dänemark nur dank einer Wildcard teil.

Entsprechend ordnete Sigurdsson die Niederlage vom Samstag und das 24:37 drei Tage zuvor in Tokushima ein. "Für uns war es handballerisch eine wichtige Erfahrung gegen Gegner auf diesem Niveau. Wir sind von den Einzelspielern nicht so stark, aber wir machen immer noch zu viele individuelle Fehler. Die müssen wir abstellen", sagte der Isländer. Die deutschen Stars müssen sich wohl eher am 25:30 vom 6. Juni gegen Vizeweltmeister Norwegen messen lassen.

Doch es gibt genug Grund für Gensheimer, Andreas Wolff und Co., auch im Urlaub nach vorne zu schauen. Am 25. Juni werden die WM-Gruppen ausgelost, und bereits am kommenden Mittwoch fällt die Entscheidung, ob Deutschland den Zuschlag für die Heim-EM 2024 bekommt.

(rent/sid)