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Negativserie von Eintracht Frankfurt: Hütter wehrt sich gegen Kritik

"An mir liegt es nicht" : Nach Gladbach-Wechsel wehrt sich Hütter gegen Kritik

Eintracht Frankfurt droht ein später K.o. im Kampf um die Königsklasse. Seit der Abschiedsankündigung von Adi Hütter ist die Leichtigkeit verflogen, die Kritik am Trainer wird lauter.

Adi Hütter überlegte nur kurz, ehe er die Verantwortung für den drohenden K.o. im packenden Dreikampf um die Königsklasse vehement von sich wies. "An mir liegt es nicht - und an der Mannschaft liegt es auch nicht", stellte der scheidende Trainer von Eintracht Frankfurt genervt klar, nachdem die Hessen ihre glänzende Ausgangsposition im Rennen um die Champions League endgültig verspielt hatten. Und dennoch wird die Kritik am Trainer immer lauter.

Seit klar ist, dass Hütter im Sommer zu Borussia Mönchengladbach wechselt, ist bei einer der besten Mannschaften der Rückrunde die Leichtigkeit verflogen. Nicht erst durch das enttäuschende 1:1 (0:1) im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 hat der so lange erfolgreiche Österreicher große Teile der Fans und zahlreiche Beobachter gegen sich aufgebracht. Aus den vier Spielen nach der Abschiedsankündigung holte die Eintracht nur einen Sieg - und rutschte nun erstmals seit Ende Januar wieder aus den Top 4.

"Die Leute sollen reden, was sie wollen. Das ist mir wirklich auch egal", motzte Hütter nach dem bedenklichen Auftritt seiner Elf. Im Fernduell mit dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund müssen die Frankfurter an den abschließenden beiden Spieltagen auf Schützenhilfe hoffen.

Es sei "unangenehm", gab Hütter zu, "dass wir es selbst nicht mehr in der Hand haben und den Vorsprung verspielt haben." Sieben Punkte lag die Eintracht vor vier Wochen noch vor dem BVB.

Die vermeintlichen Gründe für den schmerzhaften Einbruch im Endspurt fand Hütter aber nicht bei sich - oder dem unglücklichen Zeitpunkt seiner Bekanntgabe. "Wir haben teilweise über unseren Verhältnissen gespielt, sicherlich auch mal an der Obergrenze", sagte Hütter in der ARD: "In dem einen oder anderen Spiel hatten wir Glück." Neues Selbstvertrauen für die letzten Spiele bei Schalke 04 und gegen den SC Freiburg dürften solche Aussagen kaum geben.

Die Euphoriewelle, auf der die Eintracht fast die gesamte Rückrunde geritten war, ist längst gebrochen. Auch deshalb muss Hütter wohl inzwischen jede Personalentscheidung genau erklären - etwa, warum er Amin Younes erst nach 64 Minuten ins Spiel gebracht hatte.

Der dribbelstarke Nationalspieler sorgte einmal mehr für neuen Schwung und war mit einer starken Vorarbeit maßgeblich an Ajdin Hrustics (86.) kuriosem Ausgleich im Sitzen beteiligt. Karim Onisiwo (11.) hatte die Mainzer Führung erzielt.

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Die Bewertung einer dennoch historischen Saison für den Verein will Hütter nicht vom Erreichen der Champions League abhängig machen. "Wir sind wieder international dabei, im schlechtesten Fall werden wir Fünfter. Ich glaube, dass wir schon sehr, sehr viel gewonnen haben", sagte der 51-Jährige, der zumindest etwas Optimismus verbreitete: "Wir haben diesen Fight noch nicht verloren."

(dör/SID)