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Bayer 04 Leverkusen: Polizei trennt Fangruppen vor Frankfurt-Spiel - Hinteregger verteidigt Krawallmacher

„Die haben Spaß beim Kämpfen“ : Frankfurt-Profi verteidigt Fan-Ausschreitungen in Leverkusen

Vor dem Bundesligaspiel zwischen Leverkusen und Frankfurt hat die Polizei mit einem Großeinsatz verhindert, dass rund 160 Anhänger beider Mannschaften vor dem Stadion aufeinandertreffen. Sonderbare Aussagen zu den Vorkommnissen tätigte Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger.

Kurz vor Beginn des Fußball-Bundesliga-Spiels am Samstagabend hat die Polizei rivalisierende Fangruppen aus Frankfurt und aus Leverkusen auf Abstand gehalten, bevor sie vor dem Stadion aufeinandertreffen konnten.

 Die Polizei in der Nähe der BayArena.
Die Polizei in der Nähe der BayArena. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Der Einsatz begann laut Polizeibericht gegen 18.20 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich etwa 80 Frankfurter Fans auf der Bismarckstraße nahe der BayArena versammelt. Sie waren von der Flensburger Straße gekommen und marschierten in Richtung Stadion, wo sie eine etwa gleichgroße Gruppe von Leverkusener Anhängern erwartete. Der Polizei gelang es, die Gruppen unter Einsatz der Reiterstaffel und Kräften der Bereitschaftspolizei auseinander zu halten. Auch Polizeihundeführer kamen dabei zum Einsatz, nach Angaben von Beobachtern wurde auch Tränengas eingesetzt. Es wurde ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruch eröffnet und Ordnungsverfahren gegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung erhoben. Die Polizei nahm die Personalien von 66 Frankfurter Fans auf und begleitete sie aus dem Stadtgebiet. Verletzt wurde niemand.

Sonderbare und verharmlosende Aussagen zu den Vorkommnissen in Leverkusen gab es von Frankfurts österreichischem Nationalspieler Martin Hinteregger im Aktuellen Sportstudio im ZDF: "Die haben sich wahrscheinlich ausgeredet und ein bisschen gekloppt. Wenn es beide gewollt haben, ist es ja okay." So etwas gehöre ja zum Fußball dazu, so der Abwehrspieler: "Ihr könnt wieder über was berichten, die haben Spaß beim Kämpfen, wir müssen Interviews dazu beantworten. Und jeder hat was davon. Ist ja nix Schlimmes."

Eintracht-Präsident Peter Fischer äußerte sich anders zu den Vorkommnissen: „Ich verstehe im Moment die Fußball-Angänger aus tiefstem Herzen, denen die Leidenschaft dieses Sports und die Begeisterung fehlt, weil es keine Stadion-Besuche mehr gibt“, sagte Fischer im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. „Ich kann auch verstehen, wenn Fans vor ein Stadion gehen. Aber was absolut überhaupt nicht geht, ist Gewalt“, sagte Fischer. „Da gibt es eine ganz klare Kante.“ Er selbst habe im Stadion nichts von dem Polizei-Einsatz mitbekommen.

Das Zweite Deutsche Fernsehen verzichtete darauf, das Interview, das von einem ZDF-Reporter geführt wurde, im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend auszustrahlen. "Die Redaktion hat die Entscheidung selbstständig getroffen. Man hätte die Entscheidung auch anders treffen können", sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann am Sonntag. Wie das Interview ins Internet gelangte, ist nicht genau bekannt.

(kron/bu/dpa)