Borussia Mönchengladbach: Tobias Sippel war die ärmste Sau

Borussia Mönchengladbach : Sippel war gegen Dortmund die ärmste Sau

Borussia Mönchengladbach geht in Dortmund 1:6 unter. Damit reißt auch die Serie von Ersatzkeeper Tobias Sippel auf verheerende Art und Weise.

Lars Stindl hatte ein schlechtes Gewissen. "Wir können froh sein, dass wir Tobi Sippel hatten. Er war unser bester Mann. Er tut uns allen ein bisschen leid, wir haben ihn heute im Stich gelassen, das kann man wohl so sagen", sagte Borussias Kapitän nach dem 1:6 bei Borussia Dortmund. Sippel, Gladbachs zweiter Torhüter, ist sein guter Kumpel — und er war im Dortmunder Stadion salopp gesagt die ärmste Sau. Sippel tat sein Möglichstes und verhinderte immerhin ein noch höheres Debakel mit seinen Paraden.

Sippels Serie reißt

Weil Yann Sommer wegen der Innenbanddehnung im Knie wie schon gegen den VfB Stuttgart fehlte, stand Sippel zum zweiten Mal in Folge im Tor. Gegen Stuttgart hatte er seine bis dahin blitzsaubere Zu-Null-Serie fortgesetzt, im fünften Pflichtspiel für Gladbach kamen aber nur noch 26 Minuten ohne Gegentreffer dazu — in der 27. Minute fiel das 0:1 durch Maximilian Philipp. Danach fiel Tor um Tor.

Matthias Ginter, der Ex-Dortmunder, nahm den Torwart ebenfalls in Schutz. "Er hat noch seine Leistung gebracht. Aber wenn zehn Mann nicht die Leistung bringen, wird es schwer", sagte der Innenverteidiger, der sich seine Rückkehr nach Dortmund anders vorgestellt hatte.

18 Schüsse gab der BVB auf das Gladbacher Tor ab, ein Drittel fand den Weg ins Ziel. "Ich werde sicherlich nicht gut schlafen", sagte Sippel, der schon bei seinem letzten Spiel in Dortmund arg viele Gegentore hatte hinnehmen müssen — vor fast genau fünf Jahren. Am 22. September 2010 gab es mit Kaiserslautern ein 0:5 in Dortmund.

BVB-Zug kommt ins Rollen

"Wir waren von der ersten Minute an überfordert, sind in keinen Zweikampf reingekommen und haben es nicht so umgesetzt wie wir wollten. Und dann ist der BVB-Zug ins Rollen gekommen", fasste Sippel die Mängelliste zusammen. "Wir müssen einfach anerkennen, dass der BVB ein bis zwei Klassen besser war als wir. Darum müssen wir das Spiel so schnell wie möglich abhaken", sagte Sippel.

Die wohl gemeinten Worte der Kollegen und die Tatsache, dass er bester Spieler seines Teams war, trösteten Sippel nicht. "Wenn man sechs Gegentore bekommt, kann man nicht der beste Spieler seiner Mannschaft sein. Wir haben alle im Kollektiv nicht unser bestes Spiel gemacht", sagte Sippel.

Ob er nächste Woche gegen Hannover die Chance bekommt, sich auch in eigener Sache zu rehabilitieren, "müssen wir abwarten. Yann hat in der vergangenen Woche schon individuell trainiert. Wir müssen sehen, wie schnell es wieder aufwärts geht. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich wieder spielen würde und Yann sich in der Länderspielpause nochmal richtig erholen kann. Aber das muss der Trainer entscheiden", sagte Sippel.

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