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1. FC Köln will Zuschauer ohne Masken aus Stadion werfen - Verstöße beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach

Nach Verstößen beim Derby : Köln will Fans ohne Maske des Stadions verweisen

50.000 Fans im Kölner Stadion, Rekorde bei den Infektionszahlen und eine neue Virusvariante – die Bilanz des Wochenendes löst bei vielen Unverständnis aus. Doch was sagt die Stadt Köln zu den Vorfällen?

Es bleibt die Frage nach Verantwortung. Ist es zu verantworten, dass am Samstag Zehntausende Fans den Kölner Derby-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach feierten, teilweise ohne Abstand und Maske, während die Intensivstationen voller werden? Und wer trägt sie überhaupt, die Verantwortung? Die Stadt, das Land oder gar der Verein?

Auf Anfrage teilte die Stadt Köln der Redaktion mit, man sei mit dem 1. FC Köln seit Beginn der Saison im Austausch, wie die Heimspiele sicher unter Coronabedingungen durchgeführt werden könnten und der aktuellen Pandemielage Rechnung getragen werden könne. Man habe aber Verständnis für die sorgsame und teilweise auch sorgenvolle Beobachtung des Kölner Vorgehens, sagte ein Stadtsprecher. Die Auswertungen des Infektionsgeschehens nach den Spielen habe bisher ergeben, dass die verabredeten Konzepte funktionierten, da lediglich ein unterdurchschnittliches Infektionsgeschehen festgestellt werden konnte. Insofern habe sich aus Sicht der Stadt das 2G-Konzept bisher bewährt.

„Am Samstag wurde aufgrund der ersten Verdachtsfälle der neuen Virusvariante in Deutschland kurzfristig als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme eine Maskenpflicht im Stadion vereinbart. In einem heutigen Gespräch haben FC und Stadt das weitere Vorgehen besprochen. Dabei wurde deutlich, dass der FC grundsätzlich insofern seiner Betreiberverantwortung gerecht geworden ist, als dass durch Durchsagen und Einblendungen die Zuschauer zum Tragen der Masken aufgefordert worden sind“, sagte der Stadtsprecher. Um in Zukunft die Maskenpflicht besser durchsetzen zu können, habe der FC zugesagt, die Stadionordnung dahingehend zu verschärfen, dass Zuschauer ohne Maske aus dem Stadion verwiesen werden können. Stadt und FC blieben weiter im Austausch, um die kommenden Spiele unter den Voraussetzungen der Corona-Schutz-Verordnung sicher durchführen zu können, hieß es weiter in dem Statement der Stadt. Eine mögliche Entscheidung zu Kapazitätsbegrenzungen im Stadion liege zunächst beim Land NRW.

Doch nicht alle Fans hatte die Mitteilung über die Maskenpflicht erreicht, TV-Bilder zeigten große Teile der Zuschauermenge ohne Masken. Die Missachtung einer Maskenpflicht gilt als Ordnungswidrigkeit. Bei der Staatsanwaltschaft Köln seien bisher keine Strafanzeigen wegen etwaiger Verstöße gegen die Maskentragepflicht beim Derby eingegangen, wie Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn auf Anfrage mitteilte. „Das schließt aber natürlich nicht aus, dass entsprechende Strafanzeigen womöglich im Laufe des Tages oder in den kommenden Tagen im „allgemeinen“ Posteingang anfallen werden“, sagte er.

(lils)