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Fußball in Corona-Pandemie - Kritik an Zuschauer-Situation in Stadien

Angespannte Corona-Lage : Scharfe Kritik an Zuschauer-Situation in Fußballstadien

Wieder einmal gerät die Bundesliga in der Pandemie in den Fokus: Während andere Veranstaltungen abgesagt werden, dürfen Zuschauer nach wie vor zu den Spielen. Wie sich Politik und die Vereine dazu äußern.

Angesichts der deutschlandweit rasant steigenden Inzidenzzahlen wird der Ruf nach einem Spiel-Stopp im Profifußball lauter. Brandenburgs  Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte im Deutschlandfunk: „In einigen Bundesländern gibt es noch Fußballspiele, wo sich noch Zehntausende treffen, ob das noch lange so sein wird, da bin ich mir nicht sicher.“ Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, sagte: „Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Fußball-Liga den Spielbetrieb unterbricht.“ 

Er will diese Forderung auch bei der anstehenden Innenministerkonferenz Anfang Dezember vehement vertreten. „Es gilt, in der Krise Prioritäten zu setzen. Ein Fußballspiel abzusichern, gehört definitiv nicht dazu“, betonte Mäurer: „Wir müssen auf die DFL einwirken, den Spielbetrieb umgehend zu unterbrechen oder zumindest vorerst nur Geisterspiele anzusetzen.“ Werder Bremen hat als Reaktion auf die hohen Infektionszahlen am Freitag mitgeteilt, dass die Zuschauerkapazität beim Spiel gegen Erzgebirge Aue um 25 Prozent reduziert wird. Zudem sind bei der Partie am 3. Dezember (18.30 Uhr/Sky) keine Zuschauer zugelassen, die aus „Regionen mit hohen Inzidenzen“ stammen.

Zuschauer auf eigenes Betreiben gänzlich auszuschließen kommt für die Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, VfL Bochum und 1. FC Köln sowie Zweitligist Fortuna Düsseldorf nicht in Frage. „Solange es keinen totalen Lockdown gibt, erschließt sich für uns der Sinn von Zuschauer-Ausschlüssen nicht“, teilte Borussia Mönchengladbachs Pressesprecher Markus Aretz auf Anfrage mit. Die Erfahrung mit den Spielen der Ersten und Zweiten Liga in dieser Saison würden zeigen, dass Fußballspiele unter freiem Himmel kein Infektionstreiber sind.

„Wir haben nun eine flächendeckende 2G-Regelung für die Spiele und wir halten es zum aktuellen Zeitpunkt für richtig, dass nur noch geimpfte und genesene Personen in die Stadien dürfen, analog zu Konzerten oder Weihnachtsmärkten.  Ein weiterer Lockdown auch für geimpfte Personen würde sicher nicht dazu beitragen, für eine bessere Impfquote zu sorgen“, sagte Aretz. Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann sagte: „Bisher konnte keine hohe Zahl an Kontaktnachverfolgungen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus im Rahmen der Bundesliga-Spiele festgestellt werden. Die Politik hat klare Regeln aufgestellt, wie Veranstaltungen dieser Art aktuell zu organisieren sind. Daher sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass dafür, bei unseren Spielen unter freiem Himmel, bei einer Maskenpflicht in geschlossen Räumen und unter Anwendung der 2G-Regel die Zuschauer auszuschließen.“

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Auch der VfL Bochum teilte mit, dass ein „selbstverhängter Fußball-Lockdown im Sinne einer Saisonunterbrechung“ laut Mitteilung der DFL kein Thema sei. Man habe entsprechend den neuen Regelungen auf 2G umgestellt und die Dauerkartenbesitzer auch informiert, dass weitere Einschränkungen in den kommenden Wochen kommen könnten.

Der 1. FC Köln setzt auf weitere Impfangebote bei seinen Spielen, um die Lage zu verbessern. „Unabhängig davon wünschen wir uns als Liga im besten Fall eine einheitliche und dementsprechend faire Lösungen der Politik für die Zuschauerfrage. Die Erfahrungen seit Beginn der Corona-Pandemie zeigen jedoch, dass das aufgrund des Föderalismus in Deutschland kaum möglich ist. Bereits in dieser Zeit mussten viele Klubs mit der Situation umgehen, ohne Zuschauer zu spielen, während in anderen Stadien Fans erlaubt waren“, teilte der Verein mit.

(RP/dpa)