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Lokalsport: Die Pinguine blasen reichlich Trübsal

Lokalsport : Die Pinguine blasen reichlich Trübsal

Eishockey: Nach dem unnötigen Aus in der Champions Hockey League sitzt bei den Schwarz-Gelben der Stachel der Enttäuschung tief. Pietta und Kretschmann müssen bis Mittwoch pausieren. Torwart Duba fällt fünf Wochen aus

Gelacht wurde gestern im König-Palast jede Menge. Schließlich gab Mario Barth dort ein Gastspiel. Dagegen wurde am Morgen in der Kabine der Pinguine reichlich Trübsal geblasen. Das unnötige Ausscheiden in der Champions Hockey League und die Verletzungen von Tomas Duba und Daniel Pietta traf alle Beteiligten im Lager der Schwarz-Gelben ziemlich hart. Ausgerechnet eine Woche vor dem Meisterschaftsauftakt in der Deutschen Eishockey-Liga musste das Team sportlich und personell einen herben Nackenschlag einstecken. Auch wenn sich über den Stellenwert der europäischen Königsklasse streiten lässt, wäre der Einzug in die erste Ko.-Runde für das Image und das Selbstvertrauen gut gewesen.

Gerade mal sechs Spieler und zwei Torhüter gingen gestern unter der Leitung von Co-Trainer Reemt Pyka aufs Eis der Rheinlandhalle. Neben den verletzten Akteuren kränkeln derzeit einige Spieler. "Die hätten gegen Wien eigentlich gar nicht auflaufen dürfen," sagte Rüdiger Noack. Daniel Pietta erschien mit einer Krankmeldung in der Kabine. Er soll nach dem harten Check des Wieners Mario Fischer erstmal bis Mittwoch pausieren. Das gilt auch für Christian Kretschmann, der ebenfalls mit einem Brummschädel unter den Nachwirkungen eines Checks leidet.

"An zwei Stellen im Kopf spüre ich noch was. Mal sehen, wie es mir dann geht und wie ich die Belastung verkrafte", sagte Kapitän Pietta im Gespräch mit unserer Zeitung. Eigentlich wollte er am Donnerstag nach der zweiten Drittelpause schon wieder aufs Eis zurück. Doch die Teamärzte hielten ihn zurück. "Das war auch gut so. Man weiß ja nie, wie sich so ein Check später noch auswirken kann. Negative Beispiele gibt es ja genug, wie bei uns Kyle Sonnenburg. Ich möchte ja auch noch ein paar Jahre spielen", sagte Pietta. Zu Fischers Attacke meinte er: "Er war zwar etwas spät dran, aber so etwas gehört zum Eishockey. Wenn das einer von uns gemacht hätte, wäre das für die Fans ein fairer Check gewesen." Fischer erkundigte sich gestern früh nach Piettas Wohlbefinden, als die Wiener im KöPa ihre sieben Sachen abholten und sich auf dem Weg nach Finnland machten.

Das Fehlen von Duba und Pietta war für den Rest der Mannschaft im Unterbewusstsein sicher ein Schock. Damit lässt sich auch die insgesamt schwache Leistung erklären. Als die Nummer eins im Tor der Pinguine nach dem dritten Treffer der Capitals das Eis verlassen musste, liefen seine Vorderleute im eigenen Drittel wie vogelwild umher. Ohne Pietta fehlte später dem Team an diesem Abend der Leitwolf.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Pinguinen zwar nicht, doch das heutige Testspiel bei den Kölner Haien (15.30 Uhr Arena2) kommt angesichts der Ausfälle zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Von den kränkelnden Spielern wird Steve Hanusch passen müssen. Dafür kehrt Robin Weihager nach seiner Rückenverletzung ins Team zurück, der gestern im Training mit einem wuchtigen Schlagschuss eine Glasscheibe zerstörte. Ebenfalls zum Einsatz kommen soll der junge Mike Schmitz. Vorne bleiben durch die Ausfälle von Sofron, Pietta und Kretschmann zehn Stürmer übrig. Gestern Nachmittag zogen dann weitere dunkle Wolken am Krefelder Eishockey-Himmel auf. Bei Tomas Duba wurde ein Faserriss im Hüftbeuger festgestellt. Es wird gut fünf Wochen dauern, ehe der Tscheche wieder einsatzfähig ist. Eine weitere Ausländerlizenz wollen die Pinguine zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison nicht für einen weiteren Torwart ausgeben. Gute deutsche Torhüter sind kaum zu bekommen. Eventuell bekommt Lukas Lang ja seinen Kurz-Vertrag in München nicht verlängert und könnte zusammen mit Patrick Klein Dubas Ausfall kompensieren.

(RP)