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Krefeld Pinguine: Duba baut auf die Fans, Sorgen um Sofron

Krefeld Pinguine : Duba baut auf die Fans, Sorgen um Sofron

Eishockey: Der Torwart der Krefeld Pinguine hofft heute Abend (19.30 Uhr) im Rückspiel der Champions Hockey League gegen die Vienna Capitals auf zahlreiche Zuschauer. Die Mannschaft will den Sprung in die nächste Runde besiegeln.

Die Zuschauerzahlen sind in der Champions Hockey League im Vergleich zu den Gruppenspielen der Premieren-Saison 2014/15 deutlich angestiegen. Für Krefeld gilt dieser Trend bisher noch nicht. Im ersten Heimspiel der Gruppe J gegen den finnischen Meister Kärpät Oulu kamen nicht mehr Zuschauer als im Vorjahr zu den drei Begegnungen gegen Skelleftea, Helsinki oder Vojens. Das soll sich heute Abend ändern, wenn die Pinguine im "Endspiel" um Platz zwei mit den Vienna Capitals im König-Palast die Schläger kreuzen.

"Was ist mit unseren Fans los?", fragte Tomas Duba, als er gestern nach dem Training erfuhr, dass erst 2000 Karten für das Match verkauft sind. Der Torwart hatte bereits am Samstag nach dem 3:2-Sieg auf 5000 Zuschauer getippt, die heute erscheinen werden. So viele kommen sicher nicht. Der Tscheche und seine Teamkollegen ließen gestern keinen Zweifel daran, sich mit einem Dreipunkte-Erfolg den Einzug in die erste Ko.-Runde sichern zu wollen.

"In der Kabine ist deutlich zu spüren, dass dieses Duell für die Spieler eine große Bedeutung besitzt. Das Interesse an der CHL ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen", sagte Rick Adduono. Auch wenn der Coach gestern mit dem Training sehr zufrieden war, verließ er nicht gerade glücklich das Eis. Denn Istvan Sofron hatte sich ohne Einwirkung eines Mitspielers das Knie verdreht und klagte hinterher über starke Schmerzen. Er fuhr sofort zur Untersuchung ins Krankenhaus. Eine genaue Diagnose wird heute erwartet. Dass er am Abend auflaufen kann, glaubt Rüdiger Noack nicht: "Das sah nicht gut aus." Sollte der Ungar tatsächlich ausfallen, muss Adduono seine Reihen umstellen. Dann wäre das intensive Überzahltraining seit Dienstag zum Teil umsonst gewesen. Der Coach will das Überzahlspiel in Wien gar nicht so schlecht gesehen haben wie einige Experten und viele KEV-Fans: "Wir haben uns die Szenen noch mal angesehen. Der Puck ist ganz gut gelaufen, es gab auch Torchancen. Leider konnten wir die nicht nutzen." Trotzdem ist auch er der Meinung, dass sich die Mannschaft mit einem oder zwei Akteuren auf dem Eis steigern muss.

Dass die Pinguine heute im Vorteil sind, weil sie im Hinspiel als Sieger das Eis verließen, glaubt Adduono nicht: "Vielleicht nimmt uns das etwas den Druck. Aber auch wir müssen ja gewinnen, wenn wir weiterkommen wollen." Bis auf Kleinigkeiten will der Kanadier System und Taktik nicht ändern: "Wichtig ist, dass wir bereit sind und unsere Aufgaben besonders zwischen den blauen Linie optimal erfüllen."

Die Wiener werden wie die Pinguine erst am Spieltag anreisen und in Krefeld nicht mehr trainieren. "Eine Anreise am Spieltag kann ein Nachteil, aber auch ein Vorteil sein. Da die Reisezeit sehr kurz ist, gibt es morgen aber keine Probleme", so Stürmer Kurtis McLean, der in seiner KHL-Zeit viele Stunden im Flugzeug verbrachte. Eine mehrtägige Auswärtsreise so früh in der Saison ist für das Team wichtig, wie McLean betont: "Bei solchen Roadtrips wächst die Mannschaft zusammen. Ich freue mich auf die kommenden Tage. Auch wenn uns schwierige Partien erwarten". Es dauere seine Zeit, die neuen Spieler zu integrieren. Eine Auswärtsreise komme da gelegen. Headcoach Jim Boni ergänzt: "Wir sind alle Menschen, müssen zueinanderfinden. So ein Roadtrip passt da ganz gut". Boni fordert von seinem Team, auch in Krefeld wieder einen Schritt nach vorne zu machen: "Wir müssen uns in jedem Training und in jedem Spiel verbessern. Wir haben erst vier Partien in den Beinen, daher erwarte ich mir an diesem Wochenende den nächsten Entwicklungssprung". Ein Bus mit Fans der Capitals wird heute am Niederrhein erwartet.

(RP)