Berlin-Marathon 2018: Miriam Vogt läuft nach Leukämie ins Ziel

Berlin-Marathon: Diese Läuferin ist nach ihrer Leukämie-Erkrankung einen Marathon gelaufen

Miriam Vogt ist einen Marathon gelaufen. Das tun viele Menschen. Kaum aber einer hat eine Vorgeschichte wie sie.

Und jetzt erst einmal ein Bier: Nach fünf Stunden und 46 Minuten hat es Miriam Vogt (34) nach einer Leukämie-Erkrankung ins Ziel des Berlin-Marathons geschafft. „Das Ende mit dem Brandenburger Tor im Blick ist echt nicht zu toppen“, sagte sie nach dem Lauf. Vogt war im T-Shirt der Stiftung Junge Erwachsene mit Krebs unterwegs. „Wie die Leute mich angefeuert haben, das hat mich beflügelt“, sagte sie. „Auf meine Medaille bin ich mächtig stolz.“

Vogt aus Werne am Rand des Ruhrgebiets erkrankte vor acht Jahren an Leukämie. Die Krankheit wurde so spät entdeckt, dass sie beinahe daran gestorben wäre. Durch die Chemotherapie bekam sie als Komplikation eine Herzmuskelschwäche und konnte sich kaum noch bewegen. „Ich war so langsam und schwach, dass sogar eine alte Frau mit Rollator an mir vorbeigezischt ist“, erinnert sie sich.

Ganz langsam begann sie nach der Therapie mit Spaziergängen und kam nach der Erholung ihres Herzens zum Joggen. „Machen Sie einfach weiter. Einen Marathon wollen Sie ja sicher nicht laufen“, sagte ihr Onkologe damals. In diesem Jahr ist Vogt nach Hamburg bereits ihren zweiten Marathon gelaufen. Sie versteht das auch als Botschaft an andere Patienten. „Sie sollen sehen, was alles möglich ist nach Krebs. Mir hätte das damals Mut gemacht.“

(dpa/sef)