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Hans-Peter Burghof: "Die Spar-Garantie der Kanzlerin gilt weiterhin"

Hans-Peter Burghof : "Die Spar-Garantie der Kanzlerin gilt weiterhin"

Herr Burghof, Sie sind der Mann, der den Deutschen die Lehman-Krise erklärte. Droht uns jetzt eine Wiederholung der Rezession 2008/09?

Herr Burghof, Sie sind der Mann, der den Deutschen die Lehman-Krise erklärte. Droht uns jetzt eine Wiederholung der Rezession 2008/09?

Burghof In Griechenland ja, im restlichen Europa nein. Die Griechen stürzen nun in eine Zeit des Chaos. Die europäischen Banken sind dagegen weitgehend abgeschirmt. Sie sind mittlerweile aus den griechischen Papieren ausgestiegen. Und sollte doch die eine oder andere in Not geraten, steht der Bankenrettungsfonds bereit.

Erwarten Sie einen Börsencrash?

Burghof Natürlich wird es an den Finanzmärkten Unruhen und heftife Zinsreaktionen geben. Doch davon sollte man sich nicht bange machen lassen. Das Wesen der Börse ist die Übertreibung. Diese Phase geht auch vorbei. Ich erwarte nicht, dass die Griechenland-Krise zu einer allgemeinen Vertrauenskrise wird, durch die die europäische und deutsche Realwirtschaft infiziert wird.

Müssen deutsche Sparer um ihr Geld fürchten?

Burghof Nein, deutsche Sparer müssen sich keine Sorgen machen. Ihre Einlagen sind geschützt durch gesetzliche und institutionelle Sicherungssysteme. Die Spargarantie der Kanzlerin gilt weiter, sie braucht diese nicht einmal zu erneuern. Das größere Problem sind die deutschen Steuergelder.

Was ist mit den Steuergeldern?

Burghof Das deutsche Steuergeld ist weg - egal, ob es sich um Kredite oder Garantien handelt. Und das sollte die deutsche Regierung den Wählern ehrlich sagen. Man wundert sich schon, dass die deutsche Regierung den Griechen noch so lange Milliarden-Hilfen gewährt hat, obwohl seit Monaten klar ist, dass das Land nicht zu retten ist. Kanzlerin und Finanzminister haben Milliarden deutscher Steuergelder verschwendet.

Die EZB entscheidet nun täglich, ob sie die Banken mit Notkrediten am Leben halten soll. Was soll sie tun?

Burghof Die EZB muss den griechischen Banken umgehend den Geldhahn zudrehen. In den vergangenen Monaten hat sie ihre Kredite damit begründet, dass die Verhandlungen mit den Geldgebern laufen und Aussicht auf ein gutes Ende besteht. Diese Geschäftsgrundlage ist nun mit dem Ausstieg der Griechen aus den Verhandlungen entfallen. Die EZB hat überhaupt keine ökonomische Basis mehr, um weitere Notkredite zu vergeben.

Da die griechischen Banken nur noch am Ela-Tropf hängen, werden sie dann zahlungsunfähig ...

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Burghof Es sei denn, und das ist meine große Sorge, die griechische Zentralbank akzeptiert trotzdem weiter griechische Staatsschulden als Sicherheit und schreibt dafür den griechischen Banken Euro-Guthaben gut, obwohl sie vom Euro-System abgekoppelt ist. Das wäre eine moderne Form der Geldfälschung, die die Europäische Zentralbank verhindern muss.

ANTJE HÖNING FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)