Treffen mit Energie-Vorstandschefs: Kanzlerin Merkel lädt zum Energiegipfel

Treffen mit Energie-Vorstandschefs : Kanzlerin Merkel lädt zum Energiegipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht die Umsetzung der Energiewende zur Chefsache. Für den 2. Mai hat die Regierungschefin unter anderem die Vorstandschefs der vier großen Energiekonzerne sowie Vertreter des Kraftwerksbauers Siemens und der Stromnetzbetreiber zum Energiegipfel ins Kanzleramt eingeladen. Auch der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW), die Gewerkschaft IG BCE und die Bundesnetzagentur sollen an dem Treffen teilnehmen.

Die zuständigen Ressortminister Norbert Röttgen (Umwelt, CDU) und Philipp Rösler (Wirtschaft, FDP) sind selbst nicht dabei, werden aber von Beamten ihres Ministeriums vertreten. Bei dem Gipfeltreffen soll es nach Informationen unserer Zeitung aus Regierungskreisen unter anderem um den Neubau von Kraftwerken, den beschleunigten Ausbau von Stromtrassen, die Netzanbindung der Offshore-Windenergie in der Nord- und Ostsee sowie um rechtliche und bürokratische Hemmnisse bei der Umsetzung der Energiewende gehen. Ende Mai trifft Kanzlerin Merkel die Länderministerpräsidenten zu dem Thema.

Die Kanzlerin hatte nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima vor gut einem Jahr den Ausstieg aus der Atomenergie in der Bundesregierung durchgesetzt. 2022 soll der letzte deutsche Meiler abgeschaltet werden. Die erneuerbaren Energien sollen im Gegenzug massiv ausgebaut werden.

In der Wirtschaft gibt es zusehends Kritik an der Energiewende: Vor allem unterschiedliche Auffassungen und Kompetenzgerangel zwischen den zuständigen Ministern Röttgen und Rösler führten in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen bei den notwendigen Gesetzgebungsverfahren. Es sei kein klares Konzept erkennbar, heißt es in der Wirtschaft.

Wirtschaftsverbände wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderten, in der Regierung müssten die Kompetenzen zur Energiewende an einer Stelle gebündelt werden. Ein Energieministerium, das diese Rolle übernehmen könnte, kann sich Merkel aber erst vorstellen, wenn alle Atomreaktoren abgeschaltet sind und die Aufsicht und der Betrieb von Kernkraftwerken nicht mehr in unterschiedlichen Ressorts untergebracht werden muss.

Gute Nachrichten zum Ausbau der Stromtrassen kommen indes aus Datteln. Dort hat Netzbetreiber Amprion eine neue Technik getestet, die den Netzausbau deutlich beschleunigen könnte. Umgerüstete Leitungen könnten doppelt so viel Windstrom transportieren, erklärte der Geschäftsführer des Unternehmens der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Eine erste Leitung solle 2019, vielleicht sogar 2017 ans Laufen gebracht werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Der Weg zum deutschen Atomausstieg

(RP/csi)
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