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FDP will Personaldebatte vermeiden: Döring: Jubel für Brüderle nicht überbewerten

FDP will Personaldebatte vermeiden : Döring: Jubel für Brüderle nicht überbewerten

Nach dem umjubelten Auftritt des Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle auf dem Karlsruher Parteitag der Liberalen will die FDP-Spitze eine Personaldebatte verhindern. Er strebe keine Bewerbung als Parteichef an, betonte Brüderle.

Nach dem umjubelten Auftritt des Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle auf dem Karlsruher Parteitag der Liberalen will die FDP-Spitze eine Personaldebatte verhindern.
Er strebe keine Bewerbung als Parteichef an, betonte Brüderle.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring warnte davor, in die Begeisterung für den Fraktionsvorsitzenden und den vergleichsweise bescheidenen Applaus für Parteichef Philipp Rösler zu viel hineinzuinterpretieren.

Brüderle sagte am Montag in der ARD: "Wir sind ein Team, wir arbeiten zusammen". Es gehe darum, dass die FDP wieder stärker werde. Er habe nicht die Absicht, sich für "irgendetwas zu bewerben". Der Vorsitz der FDP-Bundestagsfraktion sei eine "schöne Aufgabe".

Er habe auf dem FDP-Parteitag in Karlsruhe eine "Motiviationsrede" gehalten, sagte Brüderle, der von den Delegierten bejubelt worden war. Für die anstehenden Landtagswahlen seien "emotionale Impulse" notwendig gewesen. Der Parteichef habe hingegen das Grundsatzprogramm eingeführt und Hintergründe erläutert.

"An die liberale Seele appelliert"

Röslers Aufgabe sei es, die "lange Linie" aufzuzeigen, sagte auch Döring im Bayerischen Rundfunk. Es sei klar, dass die eher grundsätzlich angelegte Rede des Parteichefs eine unterschiedliche Resonanz hervorrufe. Brüderle hingegen habe "an die liberale Seele appelliert" und deutlich gemacht, dass die FDP stolz sein könne auf ihre Verdienste im Bund.

Döring war auf dem Karlsruher Parteitag am Wochenende mit nur 72 Prozent zum Generalsekretär gewählt worden. Es könne in schwieriger Zeit nicht überraschen, dass der Generalsekretär zum Blitzableiter werde. Das Ergebnis belaste ihn nicht, sagte Döring.

Auch der FDP-Politiker Burkhard Hirsch kann keine Personaldebatte um Rösler erkennen. Die Einheit der Liberalen sei beim Bundesparteitag am Wochenende gestärkt worden. "Wir denken nicht daran, die Partei zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit irgendwelchen Personalquerelen zu belasten", sagte Hirsch.

Röslers Vize Volker Zastrow brach eine Lanze für seinen Vorsitzenden. "Er hat dafür gesorgt, dass wir wieder diskutieren in der FDP", sagte Zastrow der "Leipziger Volkszeitung". Rösler sei kein "Haudrauf". "Das tut uns und der FDP gut", lobte der sächsische Landesvorsitzende. Unter Röslers Vorgänger Guido Westerwelle habe sich die FDP bisweilen monothematisch und als Wahlverein gezeigt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: April 2012: Rainer Brüderle rockt den FDP-Parteitag

(APD)