USA werfen Iran nach Drohnen-Abschuss Angriff vor

Konflikt spitzt sich zu : USA werfen Iran nach Drohnen-Abschuss Angriff vor

Der Abschuss einer US-Drohne durch den Iran war laut US-Militär ein „nicht provozierter Angriff“ in internationalem Luftraum. Das erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte am Donnerstag. Präsident Trump äußerte sich auf Twitter.

Berichte aus Teheran, dass das Fluggerät sich zum Zeitpunkt des Abschusses über dem Iran befunden habe, seien falsch, teilte das Central Command genannte Regionalkommando mit. Die Drohne des Typs RQ-4A Global Hawk wurde demnach von einer iranischen Boden-Luft-Rakete im Luftraum über der Straße von Hormus abgeschossen.

US-Präsident Donald Trump hat den Abschuss der Drohne als „sehr großen Fehler“ des Irans bezeichnet. Er schrieb das am Donnerstag auf Twitter, beließ es aber zunächst für mindestens zwei Stunden bei dem einen Satz: „Iran made a very big mistake!“ Trump sei Mittwochnacht und erneut am Donnerstagmorgen (Ortszeit) über den Vorfall informiert worden, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mit.

Die Revolutionsgarde hatte angegeben, die Drohne sei am Donnerstagmorgen abgeschossen worden, als sie in der südlichen Provinz Hormosgan in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Dort habe sie in der Nähe des Bezirks Kuhmobarak Daten gesammelt. Kuhmobarak liegt etwa 1200 Kilometer südöstlich von Teheran nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die den Golf von Oman mit dem Persichen Golf verbindet. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, für den Abschuss sei ein Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem des Typs 3. Hordad genutzt worden.

Der Abschuss sei „eine klare Botschaft“ an Amerika, sagte der Kommandeur der Revolutionsgarde, Hossein Salami, in einer im Fernsehen übertragenen Rede. „Wir haben nicht die Absicht zum Krieg mit irgendeinem Land, aber wir sind bereit für Krieg“. Vor einer Menschenmenge in der Stadt Sanandadsch sagte er zudem: „Grenzen sind unsere rote Linie“ und „jeder Feind, der die Grenzen verletzt, wird vernichtet werden“. Auch das iranische Außenministerium gab an, dass der Flugkörper sich auf iranischem Territorium befunden habe.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich. Washington ist besorgt um die internationale Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Vor einer Woche wurden zwei Tanker im Golf von Oman durch Explosionen beschädigt. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich und werfen ihm vor, Minen an den Schiffen angebracht zu haben. Der Iran dementierte die Vorwürfe mehrfach. Zu den Spannungen trägt auch bei, dass der Iran den Ausstieg aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen vorantreibt.

International bestehen Sorgen, dass die Spannungen zu einem Krieg führen könnten. Am Donnerstag sagte der russische Präsident Wladimir Putin, militärische Aktionen der USA gegen den Iran wären „eine Katastrophe mindestens für die Region“. Sie würden eine Eskalation der Feindseligkeit mit unvorhersehbaren Konsequenzen auslösen, sagte er. Er halte die US-Sanktionen gegen den Iran für unbegründet.

Einer der Streitpunkte zwischen Washington und Teheran ist mutmaßliche iranische Unterstützung für die Huthi-Rebellen im Jemen. Nach saudi-arabischen Angaben feuerten die Huthis in der Nacht auf Donnerstag eine Rakete auf eine saudische Entsalzungsanlage ab. Niemand sei bei dem Angriff verletzt worden und es sei kein Schaden entstanden, berichtete die staatliche Agentur SPA unter Berufung auf den Militärsprecher Turki al-Maliki. Dem Huthi-Sender Al-Masirah zufolge zielten die Rebellen mit einem Marschflugkörper auf ein Kraftwerk im saudischen Dschisan ab.

(mro/dpa)
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