2.860 Kilometer für Frieden und Natur: Slowene durchschwimmt Donau

2.860 Kilometer für Frieden und Natur : Slowene durchschwimmt Donau

Regensburg/Passau (dpa). Der kräftige Slowene hat bereits rund 460 Kilometer geschafft, jetzt liegen noch 2.400 Kilometer bis zum Donau-Delta vor dem Schwimm-Enthusiasten: Als erster Mensch der Welt will Martin Strel den großen europäischen Strom von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmen. Der Extremsportler will sich mit der Aktion einen langjährigen Traum erfüllen und bei den Völkern entlang der Donau für Frieden und Naturschutz werben.

Am Mittwoch war der 45-Jährige zwischen Regensburg und Passau unterwegs, jener Region, die seit Jahrzehnten zwischen Umweltschützern und Binnenschiffern ein Zankapfel ist. In den nächsten Monaten wollen die Politiker darüber entscheiden, ob der Fluss in diesem Bereich kanalisiert wird. Naturfreunde wehren sich vehement gegen Staustufen und Martin Strel kann den Schleusen, die seine Tour regelmäßig unterbrechen, auch nicht viel abgewinnen. "Durch die Stauung geht es gar nicht voran." Lieber ist ihm eine natürliche Strömung, die ihm zusätzlichen Schwung gibt.

"Für Frieden, Freundschaft und reine Gewässer" - so hat Strel sein Donauschwimmen überschrieben, das ihn vom baden-württembergischen Donaueschingen bis Sulina am Schwarzen Meer bringt. Der 45-Jährige ist eigentlich Gitarrist. 1978 gab er die Musikerkarriere auf und wurde Berufsdauerschwimmer. Eine Reihe von Rekorden hat er im vergangenen Jahrzehnt aufgestellt. Unter anderem schwamm er als erster Sportler 78 Kilometer von Afrika nach Europa in knapp 30 Stunden. Für seine spektakulären Aktionen findet Strel meist Sponsoren, sein Donau-Projekt wird auch von der Republik Slowenien unterstützt.

Zwei Monate Zeit

In zwei Monaten will der zweifache Vater die Gesamtstrecke schaffen. Zehn bis zwölf Stunden am Tag ist er im Wasser und macht nur vier oder fünf kurze Pausen. Ein halbes Dutzend Personen begleiten Strel. Sein Team muss dabei unter anderem mit einem etwa zehn Meter großen Boot ständig neben ihm herfahren, um Kollisionen mit den großen Binnenfrachtern zu verhindern. Für die Friedensmission, die ihn auch an den im Kosovo-Krieg zerstörten Donau-Brücken vorbeiführen wird, war eine Sondergenehmigung nötig.

Um die Marathontour besser zu verkraften, hat Strel extra 15 Kilo zugenommen: "Dadurch geht das Schwimmen etwas schwerer, aber ich kann von der Energiereserve zehren", sagt der muskulöse Mann. Im Gegensatz zu den meisten Menschen wünscht er sich einen verregneten Sommer: "Bei Regen hat das Wasser etwas mehr Strom, und dann geht es schneller voran."

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE