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Mordopfer von Hanau posthum geehrt: Medaille für Zivilcourage

Medaille für Zivilcourage : Mordopfer von Hanau posthum geehrt

Vili Viorel Paun ist einer der Menschen, die beim Anschlag in Hanau getötet wurden. Zuvor hatte er versucht, den Täter aufzuhalten. Dafür wurde er nun posthum in Wiesbaden geehrt.

16 Monate nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau ist der ermordete Vili Viorel Paun posthum mit der Hessischen Medaille für Zivilcourage geehrt worden. Der 22-Jährige hatte am 19. Februar 2020 versucht, den Attentäter aufzuhalten und war von ihm getötet worden. „Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, um seine Mitmenschen zu schützen und andere Leben zu retten“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut Mitteilung der Staatskanzlei am Freitag bei einer Zeremonie in Wiesbaden.

An der Veranstaltung nahmen außer den Eltern des Geehrten auch Angehörige der weiteren Mordopfer teil. Zudem waren Vorsitzende der im hessischen Landtag vertretenen Fraktionen, der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), der Opferbeauftragte der Landesregierung Helmut Fünfsinn sowie Rinaldo Strauß vom Landesverband der Sinti und Roma zugegen.

In einer Rede beschrieb der Vater Vili Viorel Pauns das Leben seines Sohnes. Am 19. Februar 2020 war der 22-Jährige von seiner Arbeit als Kurierfahrer zurückgekommen, als er den Attentäter am ersten Tatort in Hanau antraf. Er verfolgte ihn mit seinem Auto bis zum zweiten Tatort und wurde schließlich auf einem Parkplatz vom Täter erschossen.

Der 43 Jahre alte Deutsche Tobias R. erschoss in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst. Die Bundesanwaltschaft attestierte dem Täter eine zutiefst rassistische Gesinnung.

Die Hessische Medaille für Zivilcourage wird seit Januar 2009 verliehen. In besonderen Fällen kann sie posthum vergeben werden.

(kna)