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Hückelhoven gedenkt den Getöteten von Hanau

Veranstaltung in Hückelhoven : Gedenken an die Opfer von Hanau

Wegen der Pandemie kamen nur 30 Teilnehmer auf dem Hartlepooler Platz zusammen. Das Bündnis gegen Rechts und die Moscheegemeinden organisierten die Gedenkveranstaltung.

Sie zündeten Kerzen für jedes der Opfer an, hielten Schilder mit den Namen der Ermordeten in den Händen. Der Sprecherkreis des Bündnis gegen Rechts sowie die Moscheegemeinden aus dem Hückelhovener Stadtgebiet hatten am ersten Jahrestag des rassistischen Terroranschlags von Hanau eine kleine Gedenkveranstaltung organisiert, die wegen der anhaltenden Pandemie auf eine große Teilnehmerzahl verzichten musste.

Etwa 30 Frauen und Männer fanden sich auf dem Hartlepooler Platz am Friedenspfahl zwischen Gymnasium und Aula ein, darunter Bürgermeister-Stellvertreter Karsten Münter, Vertreter der DITIB-Gemeinde sowie des Verbands der islamischen Kulturzentren (VIKZ). Hüseyin Baytekin, stellvertretender Vorsitzender der Hückelhovener DITIB-Gemeinde, machte deutlich, dass der „Schock über den schrecklichen Anschlag noch gegenwärtig“ sei. Hass und Hetze müssten bekämpft werden. „Den Feinden unserer Demokratie müssen wir uns entschieden entgegenstellen.“

Jeder Einzelne sei dazu aufgerufen. Dabei denke man auch an die Familien, Freundinnen und Freunde der Getöteten. „Ihr Schmerz ist und bleibt unermesslich. Ihr Verlust bleibt unersetzbar. Ihre Trauer schmerzt ein Leben lang“, machte Baytekin deutlich. Die offenen Fragen sowie die Forderung nach Aufklärung müssten gehört, beantwortet und aktiv behandelt werden. Baytekin wörtlich: „Das sind wir ihnen schuldig.“ Weiterhin forderte er, Rassismus aus der Gesellschaft zu verbannen. „Es darf nicht sein, dass Menschen benachteiligt werden oder sich nicht ausreichend geschützt fühlen, weil sie anders aussehen oder heißen“, sagt er weiter.

Für den Sprecherkreis des Bündnis gegen Rechts im Kreis Heinsberg ergriff Susanne Bronner das Wort. Die frühere evangelische Pfarrerin erklärte, warum DITIB-Vorsitzender Adem Onur die einzelnen Namen der Opfer verlas: „Sie dürfen nicht vergessen werden. Ihre Namen sollen uns wieder und wieder daran erinnern, dass rassistischer Terror nicht aus heiterem Himmel gefallen ist und dass Rassismus und Rechtsextremismus eine lange und böse Geschichte in unserem Land haben.“ Immer wieder würden auf offener Straße Menschen beleidigt, bedroht, angegriffen und umgebracht, weil sie eine dunkle Hautfarbe hätten, in einer Moschee beteten oder eine Kippa trügen, sagte Bronner. Und weiter: „Daran dürfen wir uns nicht gewöhnen. Das dürfen wir nicht hinnehmen und bagatellisieren.“ Die Gesellschaft müsse endlich begreifen, „dass Rassismus ein Angriff auf uns alle ist. Durch rassistische Handlungen und Äußerungen werden Menschen abgewertet und ausgegrenzt.“