Wesel: Staunen über Friedenstraße

Wesel: Staunen über Friedenstraße

Ende der Bauarbeiten an der Friedenstraße, die in zwei Abschnitten umgebaut wurde: Es gab viel Kritik, nun herrscht Zufriedenheit. 2013 soll für eine Million Euro aus Schotterplatz eine Park-and-ride-Anlage werden.

Vor allem die Geschäftsleute entlang der Friedenstraße zwischen dem Kreisverkehr an der Niederrheinhalle und der Halterner Straße werden die vergangenen eineinhalb Jahre so schnell wie möglich vergessen wollen. Denn die sich schier endlos dahinziehenden Kanal- und Straßenbauarbeiten haben ihnen viel Ärger und vor allem drastische Umsatzeinbußen beschert (RP berichtete mehrfach). Doch gestern, bei der offiziellen Eröffnungsfeier im Festzelt auf der nagelneuen Park-and-ride-Anlage (22 zusätzliche Plätze), zu der auch die Anwohner geladen waren, überwog die Freude über das Erreichte.

Klaus Badewitz ist Anwohner der gerade fertiggestellten Friedenstraße. "Auch wenn es immer einige Meckerer gibt: Am Ende ist alles schön geworden", sagt er. Foto: Bosmann, Jürgen

Bahnhofsumfeld aufgewertet

"Es ist wirklich gut geworden. Das ist die Meinung vieler hier", sagt Friedenstraßen-Anwohner und ASB-Vorsitzender Klaus Badewitz. "Aber natürlich gibt es immer Leute, die was zu meckern haben. Da könnte man auch Blumen streuen. Das würde nichts ändern." Nicht ganz so schön sei allerdings, dass die Anlieger an den Umbaukosten (Gesamthöhe: 3,62 Millionen Euro für beide Bauabschnitte; Landeszuschuss: 1,45 Millionen) beteiligt würden — ein dicker Batzen.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp listete während ihrer Rede im Zelt die vielen baulichen Veränderungen auf, die zu einer deutlichen Verbesserung des Bahnhofes und seines direkten Umfeldes geführt haben: Neue Rad- und Fußwege entlang der Friedenstraße, insgesamt 224 kostenlose Park-and-ride-Stellplätze am Fusternberg sowie 76 moderne Radständer. Auf der Habenseite verbuchte sie außerdem das umgestaltete Bahnhofsgebäude, den Bahnhofsvorplatz, den neuen Fußgängertunnel und die gut laufende Spix-Radstation.

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Im nächsten Jahr, so glaubt Ulrike Westkamp, soll der Schotterparkplatz neben dem Caritas-Beratungszentrum für gut eine Million Euro zu einer (weiterhin kostenfreien) Park-and-ride-Anlage mit knapp 170 Plätzen umgebaut werden. Der Förderantrag ans Land sei bereits gestellt. Die Bürgermeisterin ist überzeugt davon, dass kostenlose Parkplätze dafür sorgen, dass immer mehr Pendler (aktuell 6000 täglich) vom Auto auf die Bahn umsteigen und so "den Standort Wesel nach vorne bringen".

Kostenlose Parkplätze locken

Tatsächlich wird die Park-and-ride-Anlage auf dem Fusternberg gut angenommen — vor allem werktags. Doch es sind nicht nur Berufstätige, die hier ihren Wagen abstellen und mit der Bahn Richtung Ruhrgebiet/Düsseldorf beziehungsweise Niederlande fahren. "Wir kommen regelmäßig nach Wesel zum Bummeln und freuen uns über die kostenlosen Parkplätze", sagt Wilhelm Bölting aus Hünxe. "Die paar Schritte bis zur schönen Wilhelmstraße machen uns nichts aus", ergänzt Partnerin Erdmute Speer, die sich über die Entwicklung im Bahnhofsumfeld freut. "Das ist wirklich alles sehr viel schöner geworden. Für uns lohnt es sich, nach Wesel zu kommen."

Internet Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/wesel

(RP/jul)