Hamminkeln: Brüner Zweikampf um Bürgermeisteramt

Bürgermeisterwahl : Brüner Zweikampf um Chefsessel in Hamminkeln

Beifall brandete auf, als am späten Dienstagabend eine Art kleiner Parteitag die Bürgermeisterinnen-Kandidatur von Roswitha Bannert-Schlabes klar gemacht hatte. 35 CDU-Mitglieder aus Fraktion, Vorstand, den sieben Ortsverbänden, JU und Senioren-Union verschafften der 53-jährigen Brünerin eine breite Basis, um im September ins Rennen um den Top-Posten im Rathaus und die Nachfolge des parteilosen Bürgermeisters Holger Schlierf zu gehen.

Offiziell wird die gelernte Diplom-Ökonomin, die seit dieser Legislaturperiode im Rat sitzt, beim Parteitag am 5. März auf den Schild gehoben. Übrigens einen Tag, bevor die SPD ihren Gegenkandidaten Bernd Romanski kürt. Der ist ebenfalls aus Brünen und setzt ebenfalls als ehemaliger Hochtief-Vorstand auf Wirtschaftskompetenz. Damit kommt es zum Brüner Zweikampf um den Chefsessel in Hamminkeln. Parteivorsitzender Norbert Neß betonte am Mittwoch, dass sich die Union nicht habe unter Zeitdruck setzen lassen, nachdem die Sozialdemokraten ihren Kandidaten in einem Überraschungscoups bei ihrem Neujahrsempfang hatten ins Rennen gehen lassen.

Beide Kontrahenten kennen sich übrigens gut aus dem beschaulichen Brünen. Die CDU-Kandidatin und gebürtige Dortmunderin ist verheiratet, hat drei Kinder, sich als Newcomerin im Rat profiliert eingebracht und ist direkt als Fraktions-Vize durchgestartet. Sie ist als Presbyteriumsvorsitzende in Brünen auch kirchlich engagiert, hat dazu den Mühlenberg-Kindergarten mit aus der Taufe gehoben. Die Christdemokraten sind froh darüber, dass sie eine örtliche mögliche Nachfolgerin Schlierfs präsentieren können. Beruflich war Bannert-Schlabes Mitarbeiterin einer großen deutschen Bank, einer Versicherungsagentur sowie in verschiedenen Instituten für Erwachsenenbildung tätig.Sie ist heute freiberufliche Beraterin und Dozentin sowie als Personal-Coach aktiv.

Interessant ist auch, dass die Politik in Zeiten der finanziellen Bedrängnis Hamminkelns und umstrittener Steuererhöhungen auf wirtschaftspolitische Kompetenz setzt. Nun wird eine Frage sein, ob und wen die kleineren Fraktionen Grüne, FDP und USD unterstützen wollen. Hamminkeln hat jedenfalls eine echte-Bürgermeister-Wahl, nachdem zuletzt Schlierf mit 85 Prozent Zustimmung die Konkurrenz zu Zählkandidaten degradiert hatte.

(thh)
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